Dubai in Geldnot: Als Steueroase aus der Krise?

Dubai steckt in der Krise. Ein möglicher Ausweg tut sich auf: als Steueroase. Bislang taucht Dubai nicht einmal auf der schwarzen Liste auf. "Man will es sich mit den Ölscheichs nicht verscherzen", sagt ein Experte.

Dubai in Geldnot
Dubai in Geldnot
(c) AP (Kamran Jebreili)

Am Donnerstag voriger Woche mussten im Emirat Dubai die beiden Staatskonzerne Dubai World und Nakheel um Zahlungsaufschub bitten. Das erschütterte die Börsen weltweit - sie gingen auf Talfahrt. Fest steht: Das Geschäftsmodell von Dubai ist so nicht länger zu halten. Doch die Zukunft könnte trotzdem rosig sein, sagen Finanzexperten.

Im Unterschied zu Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, hat Dubai kaum Öl. Seine Wirtschaftskraft innerhalb der Emirate ist deshalb vor allem auf Finanzgeschäfte, Immobilien und Tourismus konzentriert. Prestige-Projekte wie das höchste Gebäude der Welt, künstliche Inseln oder überdachte Skipisten wurden vor allem mit Krediten finanziert. Dabei scheint sich Dubai zuletzt übernommen zu haben.

Doch nun liegt der Immobilien-Markt am Boden. Stiegen in den Jahren 2006 und 2007 die Preise noch um 100 Prozent, war damit im vierten Quartal 2008 endgültig Schluss. Die Preise stürzten um rund 50 Prozent ab, fast 70 Prozent der Projekte wurden eingestellt.

"An Geschäft interessiert, nicht an Kontrollen"

Die goldenen Zeiten Dubais könnten aber durchaus weiter anhalten. "Dubai ist ein idealer Offshore-Finanzplatz", zitiert "Financial Times Deutschland" einen Banker, der große Vermögen in der Golfregion verwaltet. "Es ist einfach zu erreichen, politisch berechenbar - und vor allem hat es noch ein richtiges Bankgeheimnis". Folglich wächst der Geldstrom aus den USA und Europa stetig an - vor allem seitdem das Bankgeheimnis in der Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein und Österreich immer mehr aufgeweicht wird.

Dubai könnte also als Steuerparadies einen Ausweg aus der Krise finden. "Wenn Kunden mit viel Bargeld ankommen, ist der Banker erst einmal am Geschäft interessiert und nicht an Kontrollen", sagt der deutsche Hedge-Fonds-Manager Frank Scheunert. Zwar müsse man auch hier große Beträge mittlerweile stückeln, doch dann sei alles kein Problem.

"Will es sich mit Ölscheichs nicht verscherzen"

Scheunert hält es laut "Financial Times Deutschland" sogar für möglich, dass das Offshore-Geschäft die tragende Säule für Dubais Wirtschaft werden könnte, zumal Dubai bislang nicht einmal auf der schwarzen Liste der Steueroasen der OECD auftaucht. "Man will es sich mit den Ölscheichs lieber nicht verscherzen", sagt ein Finanzexperte.

(Red.)

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