Migranten: Kein Job ohne Netzwerk

Das nächste Mentoringprogramm von WKÖ, AMS und Integrationsfonds für gut qualifizierte Migranten startet im September.

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Arbeitlosigkeit – (c) APA/HANS KLAUS TECHT

Die Jobsuche für Migranten gestaltet sich aufgrund fehlender persönlicher Netzwerke oftmals schwierig. Seit 2008 hat das Mentoring-Programm für gut qualifizierte Migranten von WKÖ, AMS und Integrationsfonds (ÖIF) rund 1.000 Mentoring-Paare zusammengeführt. "Es ist gar nicht so leicht, den richtigen Mentor zu finden", sagte AMS-Vorstand Johannes Kopf am Dienstag vor Journalisten in Wien.

Kopf hat bereits selbst als Mentor an dem sechsmonatigem Programm teilgenommen. Es sei wichtig zu Beginn der Mentoring-Partnerschaft klare Vereinbarungen zu treffen, so der AMS-Chef. Laut Befragung der Teilnehmer helfen die Mentoren oft beim Bewerbungsprozess (88 Prozent), mit Motivation (83 Prozent) und Einführung in Netzwerke (52 Prozent).

WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser verwies auf den akuten Fachkräftemangel nicht nur in der Industrie, sondern auch im Gewerbe und Handwerk. Hochhauser forderte deswegen die "Rot-Weiß-Rot-Karte" auf Bachelor-Absolventen aus dem Nicht-EU-Ausland auszuweiten und die erlaubte Zeit für die Arbeitsplatzsuche von sechs auf zwölf Monate auszuweiten.

Bei einer Umfrage gaben laut Integrationsfonds mehr als ein Viertel der im Ausland geborenen Beschäftigten (28 Prozent) an, nicht entsprechend ihrer Berufsausbildung in Österreich beschäftigt zu sein. Zum Vergleich: Bei Österreichern und Österreicherinnen liegt dieser Wert nur bei zehn Prozent. Frauen mit Migrationshintergrund sind häufiger in ihrem aktuellen Job überqualifiziert beschäftigt als Männer (32 Prozent vs. 25 Prozent). Stärker betroffen sind auch Migranten der ersten Generation, die häufiger nicht entsprechend ihrer Ausbildung beschäftigt (29 Prozent) sind, als jene der zweiten Generation (15 Prozent).

Im Rahmen des Mentoringprogramms habe beispielsweise eine Serbin mit abgeschlossener juristischer Ausbildung - die in Österreich als Blumenverkäuferin arbeitete - eine adäquate Stelle in einer Rechtsanwaltskanzlei gefunden.

Die Bewerbungsfrist für "Mentoring für MigrantInnen" für den österreichweiten Start im September läuft für Mentees bis 22. Juni und für Mentoren bis Ende Juli. Unter "www.integrationsfonds.at" können sich Interessierte bewerben. Teilnahmevoraussetzung für Migranten sind eine abgeschlossene Berufsausbildung und gute Deutschkenntnisse.

(APA)

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