„Start-up-Steckbrief“: WutundGut bietet Raum für Ärger und Lob

Jeden Mittwoch stellen die Initiative i2b und „Die Presse“ ein junges heimisches Unternehmen vor. Zum Lust bekommen, Mut machen und Lernen von denen, die sich getraut haben.

„Start-up-Steckbrief“: WutundGut bietet Raum für Ärger und Lob
„Start-up-Steckbrief“: WutundGut bietet Raum für Ärger und Lob
„Start-up-Steckbrief“: WutundGut bietet Raum für Ärger und Lob

Die Idee
WutundGut bezeichnet sich als „dialogorientierte Schlichtungsstelle“ im Internet. Auf der Online-Plattform für Service- und Qualitätsmanagement können Kunden Ärger oder Lob über ein Unternehmen loswerden, die Firmen können darauf reagieren.

Was ist neu daran
„Wuting“ und „Guting“: Auf der Plattform haben sowohl negative als auch positive Einträge Platz. Registrierte User können in einem „Wuting“ Kritik an Service oder Produkten üben oder in einem „Guting“ die Unternehmen loben. Im deutschsprachigen Raum gibt es das bisher noch nicht. Die Gründer Ulli Helm und Thomas Schwabl wollen damit Beschwerdemanagement nicht nur auf Probleme beschränken, sondern auch positives Feedback ermöglichen. „Für Beschwerden soll gemeinsam eine Lösung gefunden werden. Lob soll anstecken“, sagen sie.

Konstruktive Kritik ist das Schlagwort. Denn sowohl Kundenlob als auch gelöste Probleme heben das Image der Firmen. Die Unternehmen können aus den „Wutings“ lernen und durch Stellungnahmen Engagement zeigen. 

Damit die Seite keine „Auskotz-Plattform“ wird, achten die Gründer außerdem auf Seriosität: Jeder Eintrag wird manuell von Administratoren freigeschalten. Konsumenten können kostenlos posten, Firmen erwerben Mitgliedschaften in unterschiedlichen Paket-Größen (zwischen 20 und 390 Euro im Monat).

Was die Gründer heute anders machen würden
Das Firmenlogo ist passend zum Namen mit einem Heiligenschein und Teuferl-Hörnern verziert. Auf dem Gründerfoto ist die Frau der Engel und der Mann der Teufel: Ulli Helm trägt Flügel und Thomas Schwabl Hörner. „Ein glatter Gender-Fauxpas“, sagen sie. Sie fanden es lustig, würden das Foto aber heute anders gestalten.

Die Gründer Ulli Helm und Thomas Schwabl als Engel und Teufel: ein
Die Gründer Ulli Helm und Thomas Schwabl als Engel und Teufel: ein
Die Gründer Ulli Helm und Thomas Schwabl als Engel und Teufel: ein "Gender-Fauxpas" –


Auch die Gründer selbst haben bereits ein „Wuting“ von einem User erhalten: Die Posting-Eingabe mit ihrer Zeichenbeschränkung sei völlig bedienungsunfreundlich, beschwerte er sich. Die Gründer reagierten so, wie sie es sich von den Unternehmen wünschen: Sie behoben den Fehler. Am nächsten Tag ernteten sie dafür Lob in einem „Guting“. Für sie der Beweis, dass ihr Konzept funktioniert.

Das nächste Ziel
Zur Zeit sind auf der Plattform 224 Postings zu finden. Man wünscht sich mehr Frequenz. Das nächste Ziel der Gründer lautet: 1000 Postings. Zu den derzeit drei registrierten Firmenkunden sollen noch sieben dazu kommen. 

Außerdem gibt es ab September ein neues Service: Die Postings der Kunden werden – wenn gewünscht – auf Postkarten gedruckt und dem betroffenen Unternehmen zugestellt. Dieser „Rückschritt“ wurde bewusst gewählt. Schließlich sei ein Berg von 500 physischen Karten, der sich am Schreibtisch des Chefs türmt, wesentlich wirkungsvoller als 500 Postings, die im Netz herumschwirren.

Kontakt
WutundGut Qualitätsmanagement GmbH
Mühlgasse 59
25000 Baden
E-Mail: office@wutundgut.at
Tel: +43 (0) 2252 909 333
www.wutundgut.at


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