Österreichs Familienunternehmen: wertestark, aber digitalisierungsschwach

Studie ortet großen Nachholbedarf bei der Regelung der Unternehmensnachfolge.

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Österreichische Familienunternehmen sind optimistisch: 82 Prozent sind laut eigenen Angaben in den vergangenen zwölf Monaten gewachsen, ein Viertel konnte sogar zweistelliges Wachstum verzeichnen. Das sind die Ergebnisse der Family Business Survey 2018 von PwC, die heute weltweit veröffentlicht wurde. Österreichische Familienunternehmen sind im Vergleich zur Family Business Survey 2016 nicht nur stärker gewachsen, sondern liegen auch über dem globalen Durchschnitt (2016 waren es nur 60 Prozent; global sind es 69 Prozent).

Fachkräftemangel als größte Herausforderung

Auch wenn sich heimische Familienunternehmen positiv hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Entwicklung zeigen, äußern sie gleichzeitig Bedenken in Bezug auf sich verändernde Geschäftsmodelle, Regulierungen und Protektionismus. Vor allem der Fachkräftemangel gibt Anlass zur Sorge: Für 95 Prozent der Unternehmen ist die Fähigkeit, die besten Talente anziehen und halten zu können, entscheidend. 

Zwei Drittel (66 Prozent)  sind der Meinung, dass sie in den nächsten zwei Jahren deutliche Fortschritte bei den digitalen Fähigkeiten machen werden, während dies weltweit nur 57 Prozent angaben. 16 Prozent der Unternehmen glauben, dass sie digitalen Umbrüchen ausgesetzt sein werden (global: 30 Prozent).  Nur 2 Prozent von Österreichs Familienunternehmen erwarten eine Änderung ihres Geschäftsmodells in den nächsten zwei Jahren (gegenüber 20 Prozent weltweit). 23 Prozent der befragten Unternehmen sehen sich anfällig für einen Cyber-Angriff (weltweit sind es 40 Prozent). 

Allerdings: Die Studienautoren befürchten, dass sich die heimischen Respondenten der Herausforderungen, die sich aus der Digitalisierung ergeben, noch gar nicht bewusst sind.

Weitere Ergebnisse

  • Strategische Mittelfristplanung: Wer über eine gute strategische Planung verfügt, erzielt überdurchschnittlich oft ein zweistelliges Wachstum. Besonders wichtig ist, die Eignerstrategie mit der Unternehmensstrategie abzustimmen.

  • Keine konkrete Nachfolgeregelung: Nur 14 Prozent der heimischen Familienunternehmen verfügen über einen soliden, dokumentierten und kommunizierten Nachfolgeplan (globaler Durchschnitt: 15 Prozent). Es planen jedoch 61 Prozent der Familienunternehmen in Österreich, Führung und/oder Eigentum an die nächste Generation zu übergeben – obwohl derzeit nur bei 39 Prozent der Familienunternehmen die nächste Generation bereits mitarbeitet (und insbesondere nicht in leitenden Positionen tätig ist).

  • Wertestark: Stark von Werten geprägte Unternehmenskulturen bieten einen Wettbewerbsvorteil  – drei Viertel der Unternehmen weltweit sind dieser Ansicht. Genau diesen sollten sich Familienunternehmen aber auch zunutze machen.

 

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