Digitalisierung

„Viele können den Datenschatz nicht heben“

Silos blockieren bei der digitalen Transformation.

Pixabay

Seit zwei Jahren sei ein Aufbruch bei der Digitalisierung zu spüren. Sogar bei konservativen Unternehmen, sagt Martina Saller. Und das sei auch notwendig. Denn, so die Leiterin des Bereichs Business Applications bei Microsoft Österreich: „Der deutschsprachige Raum hat Aufholbedarf.“
Unternehmen könnten sich dabei an einer Pyramide orientieren: Die Basis sei, sich dafür zu entscheiden, digitale Tools zu verwenden. Weiter oben stehe, Prozesse digital zu optimieren und darüber nachzudenken, wie ein digitales Geschäftsmodell aussehen kann. An der Spitze der Pyramide stehe das digitale Mindset.
„Kleine Unternehmen und Start-ups befinden sich eher weiter oben, größere und ältere Unternehmen müssen in die Transformation gehen“, sagt Saller, die beim Kongress „Business Innovation und Digitale Strategie“ vom 25. bis 27. September in Wien sprechen wird.
Unternehmen müssen vier Schritte Richtung Digitalisierung gehen, um die Spitze der Pyramide zu erreichen:
► Produkte und Services transformieren.
► Prozesse optimieren.
► Mitarbeiter ermächtigen, Entscheidungen treffen zu dürfen, um produktiver zu arbeiten.
► Kunden einbeziehen.
Es gehe darum, Themen zu verknüpfen, Medienbrüche zu beseitigen und Daten zu sammeln. Doch „viele Unternehmen können den Datenschatz nicht heben“, sagt Saller, „weil sie Silos entwickelt haben“. Dann würden auch die Daten nicht helfen, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.
Abgesehen davon rät Saller Unternehmen, die ihre technologische Kompetenz stärken wollen: „Geschäftsführer sollten sich mit neuen Technologien auseinandersetzen – auch im privaten Bereich.“ Es brauche Methoden-, Leadership- und Change-Management-Kompetenz. Auch diese muss ganz oben vorhanden sein. Denn der Weg zum digitalen Mindset verlangt meist einen Kulturwandel. Und der braucht Zeit.


Veranstaltungstipp: Business Innovation und Digitale Strategie,
25. bis 27. September, BDO Austria

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.07.2019)

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