High Potential: Guter Auftritt aus dem Ländle

Martin Müller, 29, Erfinder und Gründer von Heeldice.

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Zweieinhalb Zentimeter Kantenlänge, die Unterseite des Gummi-Kubus ist glasfaserverstärkt – so einfach ist die Ausführung eines Heeldice. „Der Würfel, der auf den Absatz gesteckt wird, garantiert somit der Dame einen sicheren Auftritt auf unebenen Böden wie Pflastersteinen“, sagt Erfinder Martin Müller. Die Idee kam ihm auf einer Hochzeit, wo dem Betriebswirt auffiel, dass die weiblichen Gäste mit hochhackigen Schuhen im weichen Gras einsanken. Müller ließ das Problem nicht los und so entwickelte er Heeldice. Dann ging es Schlag auf Schlag: Im Vorjahr startete der Betriebswirt mit Finanzierung durch einen Venture-Capital-Fonds auf dem österreichischen Markt und begann auch die internationale Expansion in Deutschland und der Schweiz. Für 2009 sind unter anderem erste Aktivitäten in Japan, den Vereinigten Staaten und Russland geplant.

Dem Unternehmer-Bazillus erlag der gebürtige Vorarlberger bei Auslandspraktika im Reich der Mitte, die er während seines BWL-Studiums absolvierte. „In China herrschte Aufbruchstimmung“, sagt Müller: „Da habe ich mich infiziert.“ So machte sich der damals 23-jährige Student zusätzlich zu einem Job bei Henkel im CEE-Vertrieb als „Sourcing Agent“ selbstständig und unterstützte internationale Unternehmen beim Einkauf in Asien. Dabei lernte er die Grundregel jeder Selbstständigkeit: „Man arbeitet selbst und vor allem ständig.“ Seit 2006 arbeitet Müller nur noch für sein eigenes Unternehmen, seine Zeit als Angestellter möchte er aber nicht missen: „In der jetzigen Expansionsphase profitiere ich von jeder Erfahrung, die ich gemacht habe.“

International geht es auch abseits des Berufslebens des nach Eigendefinition typischen Gsibergers – „da ich mir wirtschaftlich eine globale Nische suche“ – zu. Seit Beginn seiner Selbstständigkeit ist er bei der Jungen Wirtschaft, der Interessensvertretung der Jungunternehmer, engagiert. Dort ist er im Bundesvorstand und war bis Ende 2008 für die internationalen Angelegenheiten zuständig. „Quasi als Außenminister“, so Müller augenzwinkernd. nik [Clemens Fabry]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.01.2009)

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