Ein Doktorat: Rechnet sich das?

Bevor man dissertiert, sollte man zuerst richtig kalkulieren: Nur dann kann das Studium für einen aufgehen.

Ein Doktorat haben viele auf der eigenen Karriererechnung. Auch Manager F. überlegt, ob er eine Dissertation seinem Curriculum Vitae hinzufügen sollte. Das Thema wird oft emotional diskutiert, aus Karrieresicht muss jedoch eine nüchterne Kalkulation angestellt werden. Aus einer Jobperspektive, wohlgemerkt: Wer sich rein aus Liebe zu einem Fach weiterbilden möchte, der sollte dies jedenfalls tun.

Persönliche Weiterbildung multipliziert allzu oft die eigene Lebensfreude. Auch wer eine akademische Laufbahn einschlagen will, der braucht nicht viel herumrechnen. Ob Doktorat oder PhD – ohne geht's hier nicht. Ohne jegliches Interesse an der Materie können „Praktiker“ sich natürlich den Erfolg einer Dissertation „aufdividieren“. Sie sollten auch einige grundlegende Rechnungen anstellen: Zu Beginn subtrahiert man den Aufwand des Studiums für Freizeit, Familie und Freunde.

Zu dieser Zwischensumme können auch „Praktiker“ die persönliche Bereicherung durch neue Inhalte sowie neue Bekannte addieren. In die Rechnung einfügen kann man noch – theoretische – Gehaltssteigerungen ob der weiteren Qualifikationen, wegrechnen hingegen Studienkosten und Einkommenseinbußen – nur wenige schaffen eine Dissertation bei voller Berufstätigkeit nebenher. Wenn diese Rechnung für einen stimmt, dann sollte die Dissertation auch aufgehen.

Senden Sie Fragen und Probleme aus Ihrem Berufs- und Karriereleben an Nikolaus Koller. Er wird versuchen, Lösungen und Antworten anzubieten. Alle Nachrichten werden vertraulich behandelt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.09.2012)

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