Konzerne: Mitarbeiter drücken sich vor China und Afrika

Große Arbeitgeber würden gerne mehr Personal ins Ausland schicken. Doch die Unternehmen kümmern sich zu wenig um ihre dortigen Angestellten.

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Internationale Konzerne würden gerne mehr Geschäft in China und Afrika machen, tun sich aber schwer, ihre Mitarbeiter zu einer Übersiedlung zu motivieren. Die Mehrheit der befragten Unternehmen will bis 2015 mehr Manager in diese Länder, aber auch nach Brasilien oder Russland schicken. Sie stoßen dabei aber auf massive Vorbehalte ihrer Mitarbeiter. Das geht aus dem "Global Mobility Effectiveness Survey 2012“ der Beratungsgesellschaft Ernst & Young unter 520 internationalen Unternehmen hervor.

Dazu komme, dass Mitarbeiter nach der Rückkehr von solchen Aufgaben oft das Unternehmen wechseln oder ihre alten Stellen wieder einnehmen und damit ihre gewonnenen Erfahrungen nicht nutzen.

Jeder zweite Mitarbeiter, der aus beruflichen Gründen nach Afrika oder in die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) geht, ist Manager und bleibt länger als ein Jahr. Wichtigstes Motiv, Angestellte ins Ausland zu schicken, ist eine Expansion in neue Märkte. Das wichtigste Zielland ist China, im Schnitt haben die befragten Unternehmen dort 24 Mitarbeiter, 2015 sollen es schon 27 sein. Aber auch Afrika bindet viele Ressourcen. Die Zahl der dorthin im Schnitt entsandten Mitarbeiter soll von derzeit 18 auf 21 steigen. Die Entsendungen nach Brasilien sollen demnach von derzeit 9 bis 2015 auf 14 steigen.

Allerdings wollen die Mitarbeiter insbesondere nicht nach China und Indien. Entsendungen seien aber nur dann sinnvoll, wenn ein Unternehmen motivierte und zufriedene Mitarbeiter für eine solche Auslandsposition findet, hält Regina Karner, Partnerin bei Ernst & Young, fest. Der größte Vorbehalt betrifft die Sicherheit, vor allem in Afrika und Brasilien. In Indien und China fürchten die Mitarbeiter vor allem schlechte Quartiere. Ein Drittel der Mitarbeiter fürchtet, keine guten Schulen zu finden.

Nur mit Geld gegenzusteuern hilft nur bedingt, meint Karner, denn Entsendungen, die vor allem für das Geld gemacht werden, seien selten erfolgreich. Familiäre Probleme sind auch die am häufigsten (61 Prozent) genannte Schwierigkeit. Jeder Dritte hat Probleme mit kulturellen Unterschieden.

Ins Ausland entsandte hoch qualifizierte Mitarbeiter kosten etwa drei bis sechs Mal so viel wie ihre Kollegen daheim. Dennoch gelingt es Unternehmen oft nicht, nach der Heimkehr der Entsandten von deren Erfahrungen zu profitieren: Jeder zehnte Rückkehrer wechsle innerhalb von zwei Jahren das Unternehmen und viele Rückkehrer landen einfach auf ihrem alten Posten. In Summe kümmern sich Unternehmen zu wenig um die beruflichen und privaten Belange ihrer Auslandsmitarbeiter, kritisiert Karner. Dafür würden sie aber mehr Personal und einen guten Plan brauchen.

(APA)

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