Arbeitslosigkeit in Spanien steigt und steigt

Rekordhoch von 27,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote steigt das siebente Quartal in Folge. 6,2 Millionen Menschen sind ohne Job.

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Arbeitslosigkeit Spanien steigt steigt
Arbeitslosigkeit Spanien steigt steigt – (c) FABRY Clemens

Spaniens Wirtschaft stürzt immer tiefer in den Abwärtsstrudel: Die Arbeitslosigkeit des Landes kletterte Anfang 2013 auf einen Rekordwert, rund 6,2 Millionen Menschen haben derzeit keinen Job. Die Arbeitslosenquote stieg im ersten Quartal stärker als erwartet auf 27,2 Prozent, nach 26 Prozent Ende 2012, wie das nationale Statistikamt am Donnerstag mitteilte. Es ist der höchste Wert seit Beginn der Datenerhebung in den 1970er-Jahren. "Diese Zahlen sind schlimmer als erwartet und stehen für die schwierige Situation der spanischen Wirtschaft", sagte Citi-Analyst Jose Luis Martinez.

Spanien kommt nicht aus der Rezession heraus. Das Platzen der Blase am Immobilienmarkt stoppte den Wirtschaftsboom des Landes 2007/08 abrupt. Zudem schwächelten die finanziell angeschlagenen Regionen und große Teile der Bankbranche. Um das verlorene Vertrauen der Finanzmärkte wiederzugewinnen, setzte die Regierung in Madrid voll auf einen harten Sparkurs. Die Staatsausgaben wurden deutlich gesenkt, viele Steuern erhöht. Dies wiederum dämpft den für die Wirtschaft so wichtigen Privatkonsum und lässt die Arbeitslosigkeit stetig steigen. Der Internationale Währungsfonds sagt dem kriselnden Euro-Land für 2013 ein Schrumpfen der Wirtschaftskraft von 1,6 Prozent voraus.

An den Finanzmärkten kommt der Kurs der Regierung gut an. Spanien kann sich bei Anlegern wieder deutlich günstiger frisches Geld beschaffen. Zuletzt hat die Debatte um eine Lockerung des Sparkurses in Europa an Schärfe gewonnen. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso sagte jüngst, diese Politik sei in Europa an ihre Grenzen gekommen. Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy kündigte an, ein für Freitag erwarteter Reformplan werde keine zusätzlichen Sparpakete enthalten. Die EU-Kommission erwägt derzeit, Spanien und Frankreich mehr Zeit einzuräumen, damit die beiden Länder ihre jeweils zu hohe Neuverschuldung wieder in die Nähe der Maastricht-Obergrenze von drei Prozent der Wirtschaftskraft bringen können.

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