Treffpunkt der Generation Y

Win². 150 ausgewählte junge Menschen diskutierten in Eisenstadt über ihre Zukunft. Und lernten dabei ganz nebenbei auch potenzielle Arbeitgeber kennen.

Treffpunkt der Generation Y
Treffpunkt der Generation Y
Treffpunkt der Generation Y – (beigestellt)

Diese drei Tage scheinen ein gutes Investment für die Karriere zu sein: Vergangenes Wochenende trafen sich 150 ausgewählte Studierende und junge Absolventen zur win² (siehe auch Info-Box). Neben fachlichen Vorträgen bot die „Zukunftskonferenz“ vor allem die Möglichkeit, beruflich weiterzukommen.  Lernen und Netzwerken nennt denn auch Philipp Wasshuber als Hauptmotive, an der Win² teilzunehmen: „Gleichzeitig ist es eine einzigartige Möglichkeit, Topunternehmen von der eigenen Leistungsfähigkeit und Kreativität zu überzeugen“, spielte der BWL-Student auf die zehn angebotenen Arbeitsgruppen an.

Mit Unternehmen wie Google, Samsung oder den Strategieberatern von der Boston Consulting Group erarbeiteten die Studierenden konkrete Aufgabenstellungen – mit dem Vorteil, dass erste Bande für künftige Arbeitsbeziehungen geschmiedet werden konnten. Sina Hillger, Masterstudentin für Strategic Management an der Universität Innsbruck, arbeitete während der drei Tage mit Vertretern von Google. „Das Thema des Workshops über Online-Advertising passt genau zu meinem Studium. Ich werde am Mittwoch über meine neuen Erkenntnisse auch einen Vortrag an der Uni halten.“

Werte und Interessen

Den oft zitierten Generationenkonflikt wollte Andrea Kdolsky bei ihrer Keynote zu diesem Thema nicht erkennen. Die ehemalige Ministerin ist nunmehr als Managing Director Healthcare für PwC tätig. „Jede Generation hat ihre eigenen Werte – und manchmal sind die verschiedenen Interessen nicht miteinander vereinbar“, plädierte Kdolsky für einen gemeinsamen Weg: „Die Generationen müssen als Partner zusammenarbeiten.“

Konsens statt Konflikt war auch der Tenor des anschließenden Podiumsgesprächs zum selben Thema. Erich Laminger, Geschäftsführer von „Great Place to Work“ über die „Generation Y“: „Die ältere Generation in Unternehmen hat oft Angst vor ihnen, weil sie etwa den Computer besser bedienen können. Da kann es passieren, dass sie aus Entscheidungen herausgehalten werden. Man darf sich aber den Generationenkonflikt nicht einreden lassen.“

„Ständiger Druck“ auf Generation


Jugendforscher Manfred Zentner: „Die Generation Y möchte sich nicht binden und genießt ihre Freiheiten. Sie hat aber dadurch den Druck, sich ständig auf dem Laufenden halten zu müssen. Das müssen die Älteren nicht. Nicht alle Jungen kommen aber mit diesem Druck klar.“ Diesen spüre sie wohl, meinte Studentin Eva-Maria Vögerl: Sie sehe aber vor allem viele Chancen, die sich für ihre Generation ergeben würden.

Positiv auch die Einstellung von Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer: „Die Generation Y macht mir als Arbeitsminister weniger Sorgen – trotz so mancher prekärer Arbeitsverhältnisse. In Österreich haben wir die geringste Jugendarbeitslosigkeit von ganz Europa. Sorgen machen mir jene, die keine Ausbildung haben.“ Die Studienwahl mache einen Unterschied bei den Karrierechancen, so Hundstorfer: „Wer Politikwissenschaften und Architektur studiert, dem muss klar sein, dass  er es auf dem Arbeitsmarkt schwerer haben werde, einen Job zu finden."

(Red.)

Die win²

Die „Zukunftskonferenz“ findet seit 2006 jährlich statt. Heuer kamen im Schloss Esterházy 150 ausgewählte Studierende zusammen, „um bestehende Systeme zu hinterfragen und Lösungsansätze zu erarbeiten“, so das Ziel des Veranstalters, des Uni Management Club (UniMC) – dazu gehört auch morgendliches Erwachen mit Shaolin-Mönchen. Im Zentrum stehen Arbeitsgruppen, in denen Studierende mit Unternehmensvertretern an Projekten arbeiten – dadurch wird die „Zukunftskonferenz“ auch zu einer Recruiting- und Employer-Branding-Plattform. Prominent sind die Speaker, die die ehrenamtlich tätigen Verantwortlichen des UniMC jedes Jahr organisieren: Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer, ORF-Finanzdirektor Richard Grasl und Extremradfahrer Gerhard Gulewicz waren unter anderem vor Ort.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.06.2013)

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