Qualifikation: Ein Fall für die Uni

Der Boom in der Gesundheitsbranche verlangt nach akademischen Ausbildungen. Das Angebot ist riesig.

wien (goe). Ein ansteckender Bildungstrend zeichnet sich ab: Alleine über 40 verschiedene FH-Studiengänge in Sachen Gesundheit und Pflege gibt es in Österreich – von einem Master in sozialer Arbeit in St. Pölten bis Radiotechnologie in Graz.

„Mitte der 1990er-Jahre gab es das Medizinstudium und Lehrgänge für lehrendes und leitendes Krankenpflegepersonal – das war's“, sagt Friedrich Faulhammer, Sektionschef für Universitäten und Fachhochschulen im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, „mit der Einführung der FHs und Privatunis wurde das Angebot deutlich ausgebaut und die Ausbildung in dem Sektor professionalisiert“. Neben Zusatzqualifikationen – zum Beispiel im Bereich Gesundheits- und Krankenhausmanagement – werden verstärkt Grundausbildungen angeboten, etwa an medizinisch-technischen Akademien. Seit zwei Jahren können sich auch Hebammen und Physiotherapeuten einen akademischen Abschluss holen. Ein Pilotprojekt an der FH Campus Wien bietet Pflegewissenschaften als duale Ausbildung an: Unterricht an der FH und am Patienten.


Vom Pfleger zum Pflegemanager

Die Donau-Universität Krems bietet über 50 Lehrgänge an, in denen sich Mediziner und andere Mitarbeiter im Gesundheitswesen neueste Fachkenntnisse und vor allem Management-Know-how aneignen können. Wissenschaftssprecher Michael Blaim: „Gerade Weiterbildungsangebote gehen sehr stark in den Managementbereich. Krankenschwestern oder Pfleger treiben hier ihre Karriere voran.“

Mittlerweile ist der medizinische Bereich an der Donau-Uni größer als der Wirtschaftssektor, sagt Blaim: „Mehr als die Hälfte unserer 4200 Studenten hat ein Fach in diesem Feld gewählt.“ Hier reicht die Palette von Geriatrie bis Gartentherapie und von interdisziplinärem Schmerzmanagement bis Beschwerdemanagement.


Die Materie erforschen

Mit den Bakkalaureat-Studien Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen und Biomedizinische Informatik und dem „Kombistudium Pflege“ bietet die Tiroler Health & Life Sciences Universität UMIT Ausbildungen für eine „kleine, feine Gruppe“ an, so Sprecher Hannes Schwaighofer. Damit kommt die Privatuni dem Managementbedarf in Gesundheitsunternehmen nach, bietet aber zusätzlich den wissenschaftlichen Zugang: „Wir forschen auch an den Unterrichtsinhalten von morgen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.12.2008)

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