Bewerbungsgespräch: Sind Sie schwanger? Lügen erlaubt

Unzulässige Fragen des Arbeitgebers müssen nicht beantwortet werden. Sogar Lügen ist erlaubt.

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Ein Vorstellungsgespräch kann auch sehr persönlich werden. Nicht jede Frage muss beantwortet werden. Da Schweigen bereits eine Antwort ist, kann unter gewissen Umständen gelogen werden. Bei unzulässigen Fragen hat der Bewerber das Recht zur Lüge, da eine Antwortverweigerung negativ ausgelegt wird.

Wann darf gelogen werden?
Allgemein sollten Sie bei einem Vorstellungsgespräch authentisch sein und nicht zur Lüge greifen. Wenn die Fragen zu persönlich werden, und nicht in direkten Zusammenhang mit ihren Job stehen, kann gelogen werden. Das betrifft Fragen zu Ihrer sexuellen Ausrichtung, der religiösen Einstellung, einer möglichen Schwangerschaft, Kinderwünschen oder einer politischen Ausrichtung.

Wahrheit gewünscht
Bei Fragen, die sich auf die unmittelbare Arbeitstätigkeit beziehen, muss wahrheitsgemäß geantwortet werden. Wenn Sie Rückenprobleme haben, in Ihrem neuen Job aber ständig Kisten heben, dann müssen Sie vorab von Ihrer Beeinträchtigung berichten. Der Arbeitgeber darf grundsätzlich nicht nach Behinderung fragen. Es gibt eine Offenbarungspflicht. Diese betrifft persönliche Daten, Alter oder Staatsangehörigkeit und den bisherigen beruflichen Werdegang. Innerhalb der Bewerbung sind solche Daten wahrheitsgemäß anzugeben.

Grundsätzlich gilt es, Lügen zu vermeiden. Wenn Sie aber zu unpassenden persönlichen Aspekten befragt werden, bietet die Notlüge einen Ausweg. Die Frage, ob Sie für einen Arbeitgeber der sich nach Ihrer sexuellen Ausrichtung informiert tatsächlich arbeiten wollen, muss jeder für sich beantworten. Man muss nicht zur Lüge greifen. Wer mutig ist setzt ein Zeichen und verweigert die Aussage, das kann allerdings schnell mit einer Absage einher gehen.

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