Sprachpannen: Lost in Translation

Gute Werbung ist teuer. Slogan und Produktname sollten möglichst auf der ganzen Welt funktionieren. Denn wenn bei Übersetzungen gespart wird, führt das oft zu bösen Überraschungen. Daher: Fremdsprachenkenntnisse sind das Um und Auf für gelungene Kommunikation. Hier die zehn lustigsten "Übelsetzungen".

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Der Slogan des schwedischen Herstellers für Haushaltsgeräte lautete früher: „Nichts saugt wie ein Electrolux.“ Die englische Übersetzung bedeutet allerdings: „Nichts ist so mies wie ein Electrolux.“ Ob den noch jemand kauft?

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Audi bezeichnet seit 2009 seine Elektro-Fahrzeuge mit dem Namen „E-tron“ Ein wohl gewählter Name. Nicht so in Frankreich. Dort bedeutet „étron“ nichts anderes als „Kothaufen“.

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Gleiche Branche, anderer Hersteller: Ebenfalls 2009 bringt Mitsubishi in Deutschland das Elektroauto „i-MIEV“ auf den Markt. Ein Prototyp hieß sogar „i-MiEV SPORT AIR“. Unklar ist, ob die unterirdisch schlechten Verkaufszahlen der Technik oder dem Namen geschuldet sind. Fakt ist: An dieser Sache stinkt etwas...

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Lieblicher duftet es bei der deutschen Parfümerie. In puncto Übersetzung haben sie aber auch schon einiges falsch gemacht. Ihr Slogan lautete früher: "Come in and find out". Was auf Denglisch verständlich klingt, ist für Englischsprachige Nonsens. Es bedeutet in etwa: "Komm herein und finde wieder raus". Willkommen im Sprachen-Labyrinth!

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Die Schweizer müssten es eigentlich besser wissen. Dass Übersetzungsfehler selbst in den eigenen Amtssprachen passieren, beweist die Firma Migros. Auf der Verpackung der Bratbutter finden sich gleich zwei Pannen: Zum einen ist in der französischen Übertragung ein "s" zu viel bei "suisse". Das kann passieren. Der Vogel wird aber bei der italienischen Übersetzung abgeschossen: "Burro per arrostire svizzeri". Frei übersetzt: "Butter zum Schweizer braten". Ein Aufruf zum Kannibalismus?

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Ähnlich gruselig war die Übersetzung einer Pepsi-Kampagne in Taiwan. „Come alive with the Pepsi Generation“, lautete der Slogan. In der Landessprache stand aber: „Pepsi lässt Deine Vorfahren von den Toten auferstehen“. Nicht unbedingt die beste Werbung in einem Land, in dem die Einwohner noch vielfach an Geister glauben.

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Verwundert war auch der portugiesischer Markt beim Produktnamen "Nescafe". Denn „n´es cafe“ heißt auf Portugiesisch: „ist kein Kaffee“. Nicht ganz im Sinne des Erfinders...

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Clairol versuchte im deutschsprachigen Raum einen Lockenstab zu vermarkten, ohne sich die Mühe zu machen, den englischen Produktnamen an den Ziel-Markt anzupassen. Das Produkt trug den prosaischen Namen „Mist-Stick“.

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Schwierigkeiten bei der Adaption aus dem Englischen hat auch die Universität Wien. Die englische Redewendung "the sky is the limit" bedeutet, dass keine Grenzen gesetzt sind. Doch was heißt "the sky is not the limit"? Dieser Werbespruch ist "doppelt gemoppelt" - und dadurch einfach peinlich.

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Als KFC 1987 in den chinesischen Markt drängte, wurde eine entsprechende Übersetzung des Slogans „Finger lickin‘ good“ gesucht. Die Chinesen lasen in der Übersetzung aber: „Wir essen ihre Finger“, was zu unangenehmen Missverständnissen führte.

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Die heimische Sektkellerei Schlumberger ist für ihren süßen Schaumwein bekannt. Ein herber Schlag war die folgende Sprachpanne: Auf einem Karton wird aus der Bezeichnung "Der außergewöhnlicher Verführer" in der englischen Übersetzung "the exceptional abuser", also "der außergewöhnliche Missbraucher". Dem Unternehmen wurde dafür die "Übelsetzung" verliehen. Der Preis für die schlechteste Übersetzung wird jährlich vom Österreichischen Übersetzer- und Dolmetscherverband Universitas vergeben.

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Fazit: Machen Sie die Sprache zu Ihrer Waffe. Lernen Sie Fremdsprachen. Auch professionelle Übersetzungen sind eine gute Investition. So vermeiden Sie, sich vor anderen zum Affen zu machen.

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Kommentar zu Artikel:

Peinliche Übersetzungsfehler in der Werbung

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