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Sprechblase. Warum heute vieles kompliziert, aber alles und jedes „komplex“ ist.

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Zwei Regeln sind für Führungskräfte wichtig. Erstens: Niemals etwas als Problem bezeichnen. Weil: immer lösungsorientiert sein. Zweitens: Eigene Aufgaben als anspruchsvoll beschreiben. Weil: die eigene Wichtigkeit betonen. Allerdings: Herausforderungen bitte nicht als „kompliziert“ bezeichnen – das ist 1980er-Sprech. Schließlich wissen wir seit Bundeskanzler Fred Sinowatz, dass „alles sehr kompliziert“ ist.
Heute ist alles und jedes – Achtung, Sprechblase – komplex: Maschinen, Deals, Rechtsfragen, Satzkonstruktionen, Personalien und Gegengeschäfte sowieso. Ganz so, als wäre komplex der Komparativ von kompliziert – und chaotisch der Superlativ.

Zu allem Überdruss gibt es die sogenannten Experten, die behaupten, sie wüssten, wie sich Komplexität reduzieren lässt. Die sind ein Problem. Doch das wollen nur die wenigsten laut sagen. Weil: siehe Regel eins.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier

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