Kündigung brutal

Kolumne "Führungsfehler". Als er morgens die Firma betrat, hielt ihn die Rezeptionistin auf. „Sie sollen gleich ins Personalbüro kommen“, sagte sie. „Sofort.“ Ihr Blick hatte etwas Lauerndes.

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Noch im Mantel klopfte er an die Tür des Personalchefs. Drinnen saßen ebendieser und der Direktor, ein ehemaliger Offizier. „Sie sind gekündigt“, donnerte der und fuhr ohne Pause fort: „Wir gehen jetzt zusammen zu Ihrem Schreibtisch. Sie werden ihn unter meiner Aufsicht räumen.“

An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass der eben Geschaßte zwar kein Leistungsträger war, aber auch keine silbernen Löffel gestohlen hatte. Er hatte seine Ziele nicht erreicht, sich aber auch nichts zuschulden kommen lassen.

Die beiden nahmen den Geschockten in die Mitte und marschierten im Gleichschritt zu seinem Platz. Jeder, dem sie unterwegs begegneten, wusste augenblicklich, was los war. Im Großraumbüro durfte er, mehr oder weniger offen von den Kollegen beäugt, seine persönlichen Habseligkeiten zusammensuchen.

Nach ein paar Minuten griff der Direktor zum Hörer und wählte die Nummer des Facility Managers: „Transportieren Sie den Schreibtisch ab“, befahl er, „und vernichten Sie alles, was sich darin befindet."

Der Gekündigte verließ das Unternehmen wie ein geprügelter Hund. Später bezeichnete er diesen Tag als den schlimmsten seines Lebens.

 

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Ähnlichkeiten mit realen Personen oder Unternehmen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle "Führungsfehler" finden Sie hier.

 

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