Ein Hoch auf die schlechte Laune

Psychologie. Was Licht, Schlaf, ein Köder oder der Harndrang auslösen können.

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Es sind viele Kleinigkeiten, von denen unsere Entscheidungen geleitet werden. Hier einige Studienergebnisse:

Schlechte Laune und Ärger helfen: Temporär miesepetrige Menschen sind aufmerksamer und machen weniger Fehler, fand Joe Forgas von der Universität von New South Wales heraus. Auf etwas Ähnliches stieß Maia Young von der Anderson School of Management in Kalifornien: Wut macht kritischer und hilft, Argumente kritischer zu hinterfragen.

Ausgeschlafene agieren klüger. Schlafmangel senkt die Reaktionsgeschwindigkeit, Unausgeschlafene treffen langsamere und schlechtere Entscheidungen stellte die französische Wissenschaftlerin Virginie Godet-Cayré fest.

Alles aufstehen! Wer öfter im Stehen arbeitet, hat 24 Prozent mehr Ideen und trifft in 25 Prozent der Fälle bessere Entscheidungen als die „Sitzenbleiber“, ermittelte Frank Fischer von der Münchner LMU.

Ich bin der König der Welt. Der Dunning-Kruger-Effekt zeigt, dass relativ inkompetente Menschen die Tendenz haben, das eigene Können zu überschätzen und die Kompetenz anderer zu unterschätzen. Das fanden David Dunning und Justin Kruger 1999 heraus.

Die dritte Alternative. Wer sich nicht entscheiden kann, braucht eine Alternative, das besagt der Decoy-Effekt: Kann sich jemand nicht entscheiden, entweder im Drei-Sterne-Hotel ums Eck abzusteigen oder im weiter entfernten Fünf-Sterne-Hotel, dem hilft eine dritte Alternative: Das Vier-Sterne-Hotel, das noch weiter entfernt liegt. Der Köder (decoy) hilft, sich leichter für eine der beiden ursprünglichen Varianten zu entscheiden. Das fand Joel Huber 1982 heraus.

Halo-Effekt: Er zeigt sich darin, von bekannten Eigenschaften einer Person auf unbekannte Eigenschaften zu schließen, bewies Edward Lee Thorndike (Columbia University). Wenn Person A Sympathie für Person B empfindet und generell Menschen sympathisch findet, die großzügig sind, wird Person A annehmen, dass Person B großzügig ist, ohne dafür irgendeinen Hinweis zu haben.

Im Dunklen rationaler. Helles Licht verstärkt unsere Emotionen – sowohl positiv als auch negativ. Für sachliche Entscheidung sollte man das Licht dimmen, bewiesen Alison Jing Xu (Rotman School of Management) und Aparna Labroo (Northwestern Universität).

Stress macht riskanter. Wer permanent unter Druck steht, neigt dazu, die riskantere Alternative zu wählen. Der Stress distanziert rational von den möglichen negativen und langfristigen Konsequenzen, analysierte der Kanadier Theodore Noseworthy.

Harndrang-Effekt. Mit voller Blase treffen wir bessere Entscheidungen. Denn wer es schafft, seinen Harndrang kurzfristig zu unterdrücken, der kann auch kurzfristigen Versuchungen besser widerstehen, zeigten Studien an der Universität von Twente.

(Print-Ausgabe, 2.9.2017)

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