Höflich: Sätze, die wir eigentlich anders meinen

Wie schön wäre die Welt - und das Arbeitsleben - wenn jeder einträchtig zusammenarbeiten würde, kein Stress entstehen und man abends mit einem Lächeln auf dem Gesicht das Büro verlassen könnte.

Stressfaktoren gibt es im Büro genug. Damit Sie Ihre Aggressionen nicht öffentlich preisgeben müssen, sind hier Alternativphrasen, die netter klingen als die Wahrheit. Abends können Sie Ihr Leid dann Ihren Liebsten erzählen.

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1. "Natürlich, Martin. Ich helfe dir sehr gerne bei der Präsentation."

Martin, der Gute, schafft es anscheinend nicht, alleine eine Präsentation für das nächste Meeting auf die Reihe zu bekommen. Sie haben zwar fünf andere Projekte abzuarbeiten, aber natürlich würden Sie nichts lieber tun, als ihm zu helfen. So soll es wirken. In Wirklichkeit möchten Sie sagen:

"Oh mein Gott, WAS kannst du eigentlich?!"

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2. "Danke für den Hinweis, das hilft mir bei meinem Zeitmanagement."

Dieser Satz wird wahrscheinlich an Ihren Vorgesetzten gerichtet sein, wenn er zum zehnten Mal vorbeikommt, um Sie darauf hinzuweisen, dass die Deadline für das Projekt näherrückt. Das hätten Sie ohne sein ständiges Antanzen nicht gewusst...

Was Sie gern sagen würden:
"Wenn Sie noch einmal deshalb zu mir kommen, kündige ich!!!"

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3. "Das Meeting am Montagmorgen hilft uns, unsere Woche zu organisieren."

Manche Chefs wagen es wirklich, Meetings zum frühestmöglichen Zeitpunkt am Anfang der Woche anzusetzen. Der Montagmorgen, für den es schon Überwindung kostet, überhaupt im Büro aufzutauchen, muss nicht auch noch mit einem Meeting anfangen.

Das möchten Sie eigentlich sagen: "Wenn wir am Montag im Meeting sitzen, drehen sich die Mitarbeiter der anderen Abteilung gerade noch genüsslich im Bett um! Argh!"

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4. "Ich verstehe, dass die Firma Einsparungen machen muss. Parkplatz und Kaffee sind nicht so wichtig."

Wo Ihr Auto jetzt stehen wird und wie Sie die Kraft finden sollen, ohne Kaffee im Büro wach zu bleiben, ist Ihnen noch nicht klar. Trotzdem bleiben Sie gelassen. Abends beim Boxkurs können Sie Folgendes in den Boxsack schreien:

"Wenn die Firma so wenig Geld hat, warum gibt es sie überhaupt noch?!"

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5. "Die Wünsche des Kunden sind am wichtigsten."

Der Kunde ändert zum fünften Mal seine Meinung und zwingt Sie, das Projekt jedes Mal neu anzufangen. Aber das macht Ihnen natürlich nichts aus... Sie können sich nicht erinnern, wie oft die Worte "flexibel", "anpassen" und "umdenken" schon über Ihre Lippen gekommen sind. Und in Ihren Gedanken?

"Wieso weiß der Kunde selbst nicht, was er will?! Soll er's doch gleich selber machen!"

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6. "Oh, Paul ist krank? Ich bleibe natürlich gerne länger, um seine Arbeit zu übernehmen."

Nein, ganz sicher nicht. Überstunden machen zu müssen, weil andere Kollegen ausfallen, ist einfach nur anstrengend. Der Druck, der auf Ihnen lastet, ist riesig. Aber das dürfen Sie sich nicht anmerken lassen.

Gut, dass niemand weiß, was Sie wirklich denken:

"Krank?! Das kommt aber in letzter Zeit verdächtig oft vor! Und ich muss es ausbaden, wo ich doch gerade mit einem Bier am Sofa liegen könnte!"

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7. "Ich bilde mich sehr gern weiter, auch außerhalb der Arbeitszeit."

Weiterbildung schön und gut, aber immer mehr Führungskräfte erwarten, dass ihre Mitarbeiter diese selbständig in ihrer Freizeit erfahren. "Ganz sicher nicht!", war Ihr erster Gedanke. Den behalten Sie aber schön für sich.

In Ihrem Gehirn spukt folgender Satz:
"Montag bis Freitag Leistung zu bringen, schaffe ich gerade noch. Aber nicht am Wochenende oder abends nach der Arbeit!"

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8. "Es macht nichts, wenn der Drucker eine Woche lang ausfällt."

Der Drucker spuckt nur leere Seiten aus und der Techniker kommt erst in einer Woche? Nicht schlimm für Sie, die Mappe für den Kunden und die Zusammenfassung für den Chef beim morgigen Meeting drucken Sie dann eben nicht aus. Nicht Ihr Fehler.

Das wollen Sie wirklich sagen:
"Warum kann nicht mal eine einzige Sache hier drin funktionieren? Ist ja nicht so, dass wir den Drucker jeden Tag brauchen!!!"

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9. "Ich gehe gern Mittagessen für jeden besorgen. Ich nehme jetzt Bestellungen auf!"

Es ist Mittagszeit, Sie haben Hunger. Still und heimlich wollen Sie aufstehen, greifen nach Ihrer Jacke, da kommt schon der Ruf von der anderen Seite des Büros: "Bringst du mir was mit?" In Windeseile hat sich eine Kettenreaktion ausgelöst und Sie avancieren zum persönlichen Lieferdienst für das Großraumbüro.

Auf dem Weg zu fünf verschiedenen Restaurants murmeln Sie in sich hinein: "Bin ich der Einzige, der zwei Beine hat? Die sollen sich selbst ihr Essen holen!"

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