Täuschung: So faken Sie sich zum Erfolg

Im Job heißt es: Zeigen Sie Ihre Nervosität nicht. Im Gegenteil, demonstrieren Sie Selbstsicherheit und (vermeintliche) Expertise.

Diese 12 Schritte vom Strategieexperten und Buchautor Christoph Zulehner helfen dabei.

1. Lügen Sie nicht

Zulehner trennt klar zwischen dem Faken und der Hochstapelei. Ein Hochstapler sei gar nicht an Leistung interessiert, anders als der Faker, der immer ein klares Ziel vor Augen habe, sagt der Buchautor.

Das heißt für Sie: Schönfärben ist erlaubt, aber keine blanken Lügen. Im Bewerbungsgespräch oder im Lebenslauf können Sie kleine Makel beispielsweise schöner darstellen.

 

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2. Machen Sie sich sichtbar

"Es reicht nicht mehr, kompetent zu sein, sondern man muss am Markt gefunden werden", weiß Zulehner. Bedeutet: Sie müssen Ihre Expertise, Ihre Spezialisierung öffentlichkeitswirksam vermarkten.

Das heißt für Sie: Networken Sie, was das Zeug hält, definieren Sie sich selbst als Experten für bestimmte Gebiete.

3. Sorgen Sie für ersten Applaus

Fragen Sie sich zunächst: Wie werde ich bekannt? Ganz einfach, sagt Strategieexperte Zulehner: durch Referenzen. "Vertraut dir einer, vertrauen dir Viele", erklärt Zulehner.

Das heißt für Sie: Bringen Sie im Job 100 Prozent Leistung. Wenn Sie sich dann für eine höhere Position bewerben, haben Sie gute Referenzen, auf die Sie zurückgreifen können.

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4. Erzählen Sie Ihre Geschichten

"Wir kehren in eine Kultur des Erzählens zurück", findet Christoph Zulehner. Damit meint er Folgendes: Menschen hören gerne Geschichten. Das Clevere daran: "Wenn jemand etwas zu erzählen hat, haben Andere den Eindruck, diese Person habe viel Erfahrung", erklärt Zulehner.

Das heißt für Sie: Seien Sie ein Entertainer. Scheuen Sie sich nicht, spannende, witzige, unterhaltsame Geschichten zum Besten zu geben. Man wird sich an Sie erinnern.

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5. Setzen Sie die passende Maske auf

Eine "Kernkompetenz des Fakers": Sich dem Anlass entsprechend kleiden. Auf welchem Markt bewege ich mich und was sind die dementsprechenden Erwartungen?, sollte Ihre erste Frage sein.

Das heißt für Sie: Kleider machen Leute. Im schicken Anzug oder im Business-Dress fühlen Sie sich anders - und kommen vor allem anders an.

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6. Sprechen Sie die richtige Sprache

Auch Ihre Art, sich auszudrücken, ist von Bedeutung. Christoph Zulehner nennt ein Beispiel: "Einem Bergführer, der in tiefstem Dialekt befiehlt, den Berg zu erklimmen, vertrauen Sie doch mehr als jemandem, der hochdeutsch spricht, habe ich Recht?". Leuchtet ein.

Das heißt für Sie: Passen Sie Ihre Sprache Ihrem Umfeld an. So wie es eine Juristen- oder Medizinersprache gibt, so hat fast jedes Feld eine Art, zu kommunizieren. Mit der richtigen Sprache wirken Sie sofort professioneller.

7. Vertrauen Sie sich selbst

"Seien Sie sich immer wieder dessen bewusst, was Sie können", fasst der Buchautor zusammen. Selbsterklärend.

Das heißt für Sie: Wenn Sie an sich selbst glauben und das auch ausstrahlen, werden auch andere Ihnen vertrauen.

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8. Imitieren Sie nicht

"Werden Sie der beste Entertainer, aber werden Sie nicht Peter Alexander", betont Zulehner lachend.

Das heißt für Sie: Seien Sie ein Original. Zwar können Sie sich gute Eigenschaften von anderen abschauen, aber ahmen Sie niemanden 1:1 nach.

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9. Kommen Sie ins Handeln

Zulehner beobachtet derzeit ein Phänomen, das er "lizenzierte Ahnungslosigkeit" nennt. Viele haben mehrere Ausbildungen, trauen sich aber nicht, in die Praxis einzutauchen.

Das heißt für Sie: Das Handeln ist ein elementarer Aspekt des Fakers. Seien Sie mutig und wenden Sie Ihr - wenn auch limitiertes - Wissen in der Praxis an.

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10. Definieren Sie Ihr Nichtwissen

"Die Welt der Allrounder ist vorbei", sagt Zulehner. Man wird Ihnen mehr vertrauen, wenn Sie Spezialisierungen vorweisen.

Das heißt für Sie: Wenn Sie klar definiertes Wissen aufweisen, gibt es gleichzeitig viele Gebiete, in denen Sie sich nicht auskennen. Das können Sie forsch zugeben. Man wird Sie für Ihre klar abgesteckten Wissensgebiete respektieren.

 

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11. Halten Sie Ihre Versprechen

Und zwar an sich selbst und an den Markt. Wenn Sie sich selbst ein Versprechen geben, ein Ziel zu erreichen, werden Sie alles daran setzen. Schließlich scheitert niemand gerne. Und den Kunden wollen Sie ja auch noch glücklich machen.

Pro-Tipp vom Experten: "Sagen Sie nicht - Ich will Bergsteiger werden, sagen Sie: Ich BIN Bergsteiger". Dies mache einen großen Unterschied, sagt Zulehner.

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12. Beenden Sie den Fake, wenn es an der Zeit ist

Schritt 12 ist einfach: Sobald Sie merken, dass Ihre Bemühungen Früchte tragen - etwa indem Sie mit anderen Experten auf einem Leven sind oder hervorragende Referenzen erhalten - können Sie den Fake beenden.

Das bedeutet für Sie: "Wenn das, was Sie können, mit dem Wissen anderer Experten übereinstimmt - dann sind Sie ein echter Experte", erklärt der Buchautor. Also Schmäh beenden und zur Realität zurückkehren.

Christoph Zulehner, selbst überzeugter Faker, hat kürzlich das Buch "Make the Fake - Warum Erfolg die Täuschung braucht" herausgebracht.

"Geben Sie alles, um zu werden was Sie vorgeben zu sein", rät der Strategieexperte.

Kommentar zu Artikel:

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