AI schreibt „Game of Thrones“ weiter

Künstliche Intelligenz textete ein neues Buch des Fantasy-Epos.

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(c) Suzi Pratt

Der Einsatz von „Long short-term memory“ (LSTM) macht digitale Systeme lernfähig. Diese Technologie dient der Spracherkennung und wurde von Sepp Hochreiter, Professor für Bioinformatik an der Johannes-Kepler-Universität Linz, und dem deutschen Informatiker Jürgen Schmidhuber entwickelt. Nun fand sie eine prestigeträchtige Anwendung. Mithilfe von LSTM wurde die Handlung von „Game of Thrones“ weitergesponnen.

In Boulder, Colorado, wollte der Software-Ingenieur Zack Thoutt nicht auf das finale Buch des „Game of Thrones“-Autors George R. R. Martin warten. Der hatte es nämlich erst für April 2019 versprochen. Also speiste Throutt die vorliegenden Bände mit 32.000 Einzelwörtern in seinen Computer ein. Dafür verwendete er ein sogenanntes neuronales Netz, mit dessen Hilfe er dem Programm Stil, Ausdrucksweise und typische Redewendungen des Autors beibrachte. Dabei kam auch LSTM zum Einsatz.

Das lernfähige Programm entwickelte dann die Charaktere weiter und kreierte sogar eine neue Figur. Ergebnis: über weite Teile nachvollziehbare Erzählstränge, die allerdings einer gewissen stilistischen Komik nicht entbehren. George R. R. Martins Fans werden wohl gern bis 2019 warten. (al)


[NWMCR]

(Print-Ausgabe, 14.10.2017)

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