Wie lautet Ihre Kostenstelle?

Sprechblase Nr. 210. Warum alles und jedes auf irgendetwas „einzahlt“.

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Was waren das doch für unschuldige Zeiten: Pünktlich zum Weltspartag, der heuer auf den 31. Oktober fällt und den es seit 1925 gibt (Österreich war eines der Gründungsländer), kamen früher die Bankbeamten (!) in die Schulen. Die Kinder mussten die Sumsis, Hippos, Sparefrohs, mit denen man sie zwangsbeglückt hatte, coram publico (Kinder brauchen ja angeblich keine Privatsphäre) leeren – und das Geld auf ihr Sparbuch einzahlen.

Geblieben ist die Einzahlmentalität. Was immer im Arbeitsalltag getan wird, es zahlt – Achtung, Sprechblase – auf irgendetwas ein. Die Marketingmaßnahme zahlt auf das Image ein, das CSR-Projekt auf die Reputation, die positiven Gedanken auf das Unterbewusste. Auch das Immaterielle bekommt eine Kostenstelle.

Und wenn jemand einen Fehler macht, dann heißt es: „Das geht auf dein Konto.“


[NX9RO]

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.


[NQEAP]

(Print-Ausgabe, 28.10.2017)

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