Tempo gefragt: Recruiter sollten Talente nicht warten lassen

Frustfaktor Bewerbungsprozess: Lange Recruiting-Prozesse schrecken qualifizierte Bewerbungskandidaten ab. Trotzdem ist die Dauer der Verfahren seit 2013 in 60 Prozent der Betriebe angestiegen.

Pixabay

Zu lange Bewerbungsprozesse frustrieren die Kandidaten. Das zeigt die Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half, an der 500 Arbeitnehmer teilgenommen haben.

Unternehmen, die den aktuellen Stand des Einstellungsverfahrens erst spät bekanntgeben, Entscheidungen lange hinauszögern und schlecht kommunizieren, haben schlechtere Chancen im harten Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte.

Wettbewerbsfähigkeit gefährdet

Dauert ein Recruiting-Prozess zu lange, verlieren 70 Prozent der Befragte sogar ganz das Interesse an der Stelle. Viele der Top-Bewerber nehmen stattdessen einen Job bei einem Mitbewerber an. Die freien Stellen müssen daher mit weniger geeigneten Arbeitskräften besetzt werden.

Zur Studie

Auf Arbeitnehmerseite wurden im Dezember 2017/Januar 2018 im Rahmen einer repräsentativen Befragung 500 Arbeitnehmer in Österreich befragt, die in den vergangenen fünf Jahren auf Arbeitssuche waren.

Die Arbeitsmarktstudie von Robert Half wird jährlich in zwölf Ländern erhoben, darunter auch 100 österreichische HR-Manager.

 

Bleibt die freie Stelle länger unbesetzt, werden auch die bestehenden Mitarbeiter stärker belastet. Die Folgen sind vermehrte Krankenstände, höhere Arbeitsunfähigkeitsquoten und Umsatzeinbußen.

Komplizierte Recruiting-Prozesse

Trotzdem dauern Bewerbungsprozesse länger als noch vor einigen Jahren, wie die Arbeitsmarktstudie von Robert Half, für die Personaler aus 100 österreichische Unternehmen befragt worden sind, zeigt. Bei 60 Prozent der Betriebe hat sich dieser Prozess zwischen 2013 und 2016 verlängert.

„Die Ursachen für die langwierige Verfahren sind vielfältig. Oft sind die Bewerbungsprozesse zu kompliziert, die Ansprüche an die Kandidaten zu hoch oder es mangelt an Budgetfreigaben und raschen Entscheidungen“, sagt Robert Szvetecz, Country Manager bei Robert Half in Wien. Hinzu kommt, dass oft unterschätzt wird, wie schnell Bewerber handeln und sich entscheiden. Die Bewerbungsverfahren müssen daher schneller und effizienter gestaltet werden, um sich die  besten Arbeitskräfte zu sichern.

Kurz und knackig als wesentlicher Erfolgsfaktor

Mögliche Maßnahmen wären eine "Optimierung der Kommunikation sowie die Verschlankung der Prozesse, etwa durch eine geringere Zahl von Gesprächsrunden oder die Einbindung von weniger Personen in den Bewerbungs- und Entscheidungsprozess", setzt Szvetecz fort.

Im Kampf um die besten Bewerbungskandidaten ist Geschwindigkeit der wesentliche Faktor, der über den Erfolg des Recruitings und letztendlich des Unternehmens entscheidet.

(dos)

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