Buchtipps der Woche: Top 10 Sachbücher

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Schlaue Sachbücher: Die Schweizer Online-Bibliothek getAbstract hat die weltweit größte Sammlung von Businessbuch-Zusammenfassungen. Hier sind die Top 10 des Monats.

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Platz 10: Disrupt yourself
Vom Abenteuer, sich in der digitalen Welt neu erfinden zu müssen
von Christoph Keese

Was für eine Geisteshaltung ist nötig, um in der digitalen Welt erfolgreich zu sein? Wie gehen wir mit den Unwägbarkeiten um, die der digitale Wandel womöglich für unsere beruflichen Biografien bedeuten wird? Und wie werden wir selbst zu aktiven Gestaltern dieses Wandels – unternehmerisch und persönlich? Frei nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ fordert Christoph Keese in seinem Buch Disrupt yourself dazu auf, von den digitalen Gründern und anderen Erneuerern zu lernen und so selbst zu den Taktgebern der Veränderung zu werden. Die besondere Qualität des Buches liegt in Keeses tief greifendem und komplexem Digitalisierungsverständnis, das individuelle, gesellschaftliche und unternehmerische Perspektiven beinah gleichwertig berücksichtigt. Die vielen Porträts und Gespräche von und mit führenden Köpfen der Digitalisierung machen das Buch dann auch noch zu einer unterhaltsamen Lektüre. Sehr zu empfehlen für alle, die sich mit den Auswirkungen des digitalen Wandels auf ihre berufliche und private Existenz beschäftigen wollen.

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Platz 9: Misbehaving
Was uns die Verhaltensökonomik über unsere Entscheidungen verrät
von Richard Thaler

Die Heimat des Homo oeconomicus sind wirtschaftswissenschaftliche Modelle. In der realen Welt sucht man vergeblich nach dieser stets rational handelnden, auf Nutzenmaximierung abstellenden Figur. Stattdessen tummeln sich dort Menschen, die oft unvernünftig, sprich entgegen ihrem Eigeninteresse handeln. Dies bereitet Ökonomen arge Probleme, ist aber das tägliche Brot von Psychologen. In den 70er-Jahren begannen Amos Tversky und Daniel Kahneman, reales menschliches Verhalten in die Ökonomie einzuführen. Zu ihnen stieß Richard Thaler, Autor dieses Buches und Nobelpreisträger von 2017. Mit ihrem evidenzbasierten Ansatz verbanden sie – gegen erheblichen Widerstand der Homo-oeconomicus-Gläubigen – Psychologie und Ökonomie zur Disziplin der Verhaltensökonomik. Sie gaben den Wirtschaftswissenschaften wie auch der Politik ein neues Instrumentarium an die Hand, um menschliches Verhalten besser zu verstehen und praktikable Konzepte zu entwickeln. Thaler erzählt kompetent und lebendig, wie die Verfechter des neuen Denkens allmählich Fuß fassten und für ihren Ansatz immer mehr Mitstreiter fanden.

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Platz 8: Die 7 Wege zur Effektivität
Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg
von Stephen R. Covey

Dieses Buch ist ein außergewöhnlicher Ratgeber, um Ihr Leben neu zu gestalten. Anstelle raffinierter Techniken und griffiger Methoden zu größerer Effizienz bietet es eine Begleitung zu einem Wachstumsprozess, der auf der menschlichen Freiheit gegründet ist. Im Zentrum eines sinnvollen Lebens liegen Prinzipien, aus denen Techniken und Strategien erst erwachsen. Die sieben Wege sollen Ihnen ermöglichen, die für Sie selbst wichtigen Werte aufzuspüren und sie zu Prinzipien zu machen, die Sie täglich in die Tat umsetzen. Effektivität bedeutet in ihrer Vollendung, aus der Unabhängigkeit herauszutreten und zu einfühlender Kommunikation und zu partnerschaftlicher Kooperation fähig zu sein. Ein großes Plus dieses wichtigen Buches, das auch neu aufgelegt ein Bestseller blieb, ist, dass die persönlichen Erfolge den öffentlichen Erfolgen vorangehen. Die graue Theorie ist mit vielen Beispielen aufgelockert, sodass die Wege nicht zu steinig werden.

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Platz 7: Teamwork agil gestalten
Das Mitmachbuch
von Alois Summerer und Paul Maisberger

Das Buch leistet mehr, als der Titel vermuten lässt. Die Autoren erläutern nicht nur, wie Teams agiler werden. Tatsächlich zeigen sie einen Weg auf, wie sich traditionelle Unternehmen fit für die Zukunft machen lassen. Sie nehmen den Leser an die Hand, indem sie erstens alle wichtigen Themen anreißen (Zielbild, Unternehmenskultur, Führung, moderne Werkzeuge, Befähigung von Teams, Change-Prozess und mehr). Zweitens gelingt es den Autoren, die Relevanz und Bedeutung dieser Themen für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens verständlich und nachvollziehbar zu beschreiben. Und schließlich fordern sie den Leser anhand von Arbeitsmaterialien immer wieder auf, zu reflektieren, wo er steht, was er benötigt, wo er hinmöchte. Das Buch geht weniger in die Tiefe, als dass es Zusammenhänge aufzeigt, Wege vorschlägt, auf heikle Punkte hinweist und Hilfestellungen gibt. Zugleich ist es so präzise und klug geschrieben, dass sich am Ende der Eindruck einstellt, über alles Wichtige informiert zu sein.

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Platz 6: Aufklärung jetzt
Für Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt. Eine Verteidigung.
von Steven Pinker

Wie schon in Gewalt, tritt Harvard-Psychologe Steven Pinker auch in seinem neuesten Werk als mahnende Stimme der Vernunft auf. Dabei mahnt er jedoch keineswegs, wie in dem Genre sonst üblich, zur Kritik an der Moderne, zum Innehalten im technologischen Fortschritt, zum Kampf gegen vermeintlich neoliberalistische Dogmen der allgemeinen Rationalisierung – sondern zum glatten Gegenteil: zum Fortschrittsoptimismus. Der Wertekanon der Aufklärung habe die Menschheit bis hierher gebracht, in die beste aller Zeiten, in der mehr Menschen lesen können, die durchschnittliche Lebenserwartung höher, die weltweite wirtschaftliche Ungleichheit niedriger ist, in der mehr Menschen in demokratischen Gesellschaften leben als je zuvor. Und ein Festhalten an Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt sei unsere beste Hoffnung, auch die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können. Jenem Fortschrittspessimismus indes, dem heute von rechts und links das Wort geredet wird und der oft schlicht ein Ergebnis kognitiver Verzerrungen sei, gelte es entgegenzutreten. Pinkers Argumentation, so reichlich er sie auch mit Zahlen belegt, ist durchaus kontraintuitiv und schwer zu akzeptieren – woran womöglich eben jene eingefleischten kognitiven Verzerrungen schuld sind.

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Platz 5: OKR: Objectives & Key Results
Wie Sie Ziele, auf die es wirklich ankommt, entwickeln, messen und umsetzen
von John Doerr

Wer in OKR: Objectives & Key Results eine Bauanleitung für Unternehmenskennzahlen vermutet, liegt leider falsch. Das Buch ist eher die Biografie einer Idee. Autor John Doerr, Hall-of-Fame-Risikoinvestor, erzählt darin, wie er Anfang der 1970er als junger Silicon-Valley-Neuling bei Intel erstmals dem Konzept der Objectives und Key Results (OKR) begegnete. Später, als Investor, trug er die Methode in etliche der Unternehmen, die heute die digitale Welt ausmachen – an erster Stelle sicher Google. Doerr ist selbst ein meisterhafter Erzähler, doch er lässt auch diejenigen zu Wort kommen, denen er mithilfe von OKR zum Erfolg verholfen hat. Wer gern aus Geschichten lernt, ist hier also genau richtig. Der Untertitel „Wie Sie Ziele, auf die es wirklich ankommt, entwickeln, messen und umsetzen“ führt jedoch auf eine falsche Fährte. Ein umsetzbares Praxishandbuch ist OKR: Objectives & Key Results nicht.

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Platz 4: Die Smartphone-Epidemie
Gefahren für Gesundheit, Bildung und Gesellschaft
von Manfred Spitzer

Manfred Spitzer ist vielleicht der am meisten angefeindete „populär“ schreibende Wissenschaftler Deutschlands. Spätestens seit seinem Buch über die digitale Demenz haben sich manche Medien richtiggehend auf ihn eingeschossen – sodass im Vorwort zu diesem Buch ein entsprechendes Lamento nicht fehlen darf. Spitzer wurde vorgeworfen, ein Alarmist zu sein, der mit der Angst der Leute Profit mache, aber eigentlich keine Alternative zu dem einmal beschrittenen digitalen Weg zeige – außer das Smartphone auszuschalten oder den Umgang der Jugendlichen damit streng zu kontrollieren. Ihm wurde auch vorgeworfen, unredlich mit den zahlreichen von ihm zitierten Studien umzugehen und Kausalzusammenhänge herzustellen, die es nicht gibt. Tatsächlich rührt er ziemlich viel zusammen: Obwohl es eigentlich um Smartphones gehen soll, kommen hier viele Studien zum Fernsehen, Medienkonsum oder elektronischen Medien allgemein zum Einsatz – das ist nicht immer trennscharf. Spitzer schreibt polarisierend und pointiert – ganz im Sinne seines Anliegens, auf einen Missstand aufmerksam zu machen. 

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Platz 3: Denke nach und werde reich
Das Original von 1937 – unverändert und ungekürzt
von Napoleon Hill

Wenn man dieses Buch liest, hat man das Gefühl, die Zeit sei stehen geblieben. Weder am Wunsch nach Reichtum hat sich etwas geändert noch an den Ratschlägen, wie sich die finanzielle Unabhängigkeit vermeintlich am besten erreichen lässt. Napoleon Hills Bestseller aus den 1930er-Jahren klingt nicht anders als die Werke zahlreicher zeitgenössischer Managementgurus, die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zunehmend esoterischer Ansätze und deren Methoden bedienten. Doch obwohl es immer noch gern propagiert wird, hat die Wissenschaft, allen voran Neurowissenschaften und Psychologie, längst belegt, dass der Weg zu Reichtum so einfach nicht funktioniert. Es ist schlicht falsch, dass Reichtum und Armut im Denken beginnen – wer in einen Slum geboren wurde, hat sich das bestimmt nicht ausgedacht. Außerdem lässt sich die eigene Einstellung nicht so einfach durch Glaube und Autosuggestion steuern. Dennoch kann sich die Lektüre von Napoleon Hill lohnen, heute vielleicht mehr denn je. Wer verstehen will, warum der Wunsch nach Reichtum immer noch so sonderbare Blüten treibt, findet hier interessante Geschichten über die Ursprünge des Erfolgs.

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Platz 2: Meet up!
Einfach bessere Besprechungen durch Nudging. Ein Impulsbuch für Leiter, Moderatoren und Teilnehmer von Sitzungen
von Martin J. Eppler und Sebastian Kernbach

Der Begriff „Meet up“ kommt aus dem amerikanischen Raum und steht für konzentrierte, informelle Treffen. Die Teilnehmer wollen zügig zu einem Ergebnis kommen. Das könnte man mit eiserner Disziplin zu erreichen suchen – oder mit freundlichen kleinen Schubsern, subtilen Manipulationen, die mit einem Augenzwinkern zum Ziel führen. Diese Schubser heißen Nudges. Sie folgen dem Prinzip der Positiven Psychologie: Was man freiwillig macht, macht man doppelt so gern. Und wer sich wohlfühlt, leistet mehr. Martin J. Eppler und Sebstian Kernbach haben Dutzende Nudges für alle möglichen Meetingsituationen zusammengestellt.

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Platz 1: 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert
21 Lektionen für das 21. Jahrhundert
von Yuval Noah Harari

Nachdem Yuval Noah Harari sich in seinen Weltbestsellern Eine kurze Geschichte der Menschheit und Homo Deus erst der Vergangenheit, dann der Zukunft unserer Spezies gewidmet hat, wirft der israelische Historiker in 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert einen Blick auf die drängendsten Fragen der Gegenwart. Und davon gibt es, das weiß man nach der Lektüre, mehr als genug: Wie gehen wir mit den Revolutionen der Bio- und Informationstechnologie um? Ist der Liberalismus am Ende? Leben wir nun im postfaktischen Zeitalter und was sollen eigentlich Kinder heute in der Schule lernen? Für Harari hängt alles zusammen und so bleibt ihm kaum etwas anderes übrig, als in den ganz großen Zusammenhängen zu denken. Wo die ersten Kapitel noch durch einige streitbare, aber auch starke Grundthesen zu den technologischen Revolutionen verknüpft sind, verliert er in der zweiten Hälfte leider etwas den argumentativen Faden. Brillant und unterhaltsam ist er natürlich trotzdem wie immer.

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In zwei Wochen präsentieren wir Ihnen die zehn interessantesten Neuerscheinungen. Die Top 10 der meist gelesenen Sachbücher gibt es wieder in einem Monat.

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