Lassen Sie sich nicht manipulieren: Der Spiegeltrick

Folge 2/17. "Gleich und gleich gesellt sich gern", heißt es. Ein Manipulator wird Sie absichtlich spiegeln, um Sie zu betrügen.

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Wenn ich in einen Spiegel hinein schaue, was sehe ich? Natürlich mich selbst, eine Person, der ich (in der Regel!) vertraue und der ich glaube, was sie sagt. Ein Manipulator wird sich so verhalten, dass wir uns in ihm wiedererkennen. Ähnlichkeiten machen symphatisch. Der geschickte Ähnlichkeits-Manipulator nutzt genau diesen Effekt, um unser Vertrauen und unsere Gunst zu erringen - und uns so in die Spiegelfalle zu führen.

Die Kommunikationsmethode Neuro-Linguistisches-Programmieren (NLP) nutzt bewusst den Spiegeltrick, um eine Ähnlichkeitsverbindung zwischen den Gesprächspartnern herzustellen. Gespiegelt wir die Körperhaltung: Lehnt sich der andere zurück, dann lehne ich mich zurück; schlägt er ein Bein über das andere, so tue ich es ihm gleich. Gespiegelt wird das Vokabular: Benutzt der andere Wörter ihm visuellen Bereich, dann sage ich "das sehe ich auch so"; spricht er im Assoziationsfeld des Hörens, sagt etwa "das klingt gut für mich", dann spiegle ich: "Das hört sich gut an". Es ist hilfreich, eine Verbindung zum anderen durch "Spiegeln" aufzunehmen, noch besser ist es allerdings, sich dieses Faktums auch bewusst zu sein. So vermeiden wir die Spiegelfalle.

Die Grundlage dieser Manipulationstaktik:


"Gleich und gleich gesellt sich gern", weiß der Volksmund. Und es stimmt: Ähnlichkeiten machen symphatisch. Aber zuviel Sympathie macht uns eventuell blind für das, was der Manipulator tatsächlich im Schilde führt.

Wie reagieren?


Seien Sie vorsichtig, wenn Sie merken, dass Ihnen jemand nach dem Mund redet. Wenn Ihnen Ihr Gesprächspartner besonders sympathisch ist, fragen Sie sich: Unterstütze ich ihn nur, weil er mir symphatisch ist?

Wohlgemerkt geht es nicht darum, bewusst misstrauisch zu sein, um sich zu schützen. Man sollte diese Falle jedoch kennen. Schon Leonardo da Vinci hat erkannt: "Häufig scheint es, als gefielen uns die Gesichter, die uns selbst ähnlich sind." Das treffe auch auf die Maler zu, "denn häufig ähneln die Gestalten ihrem Meister."

Nächste Folge (3/17):
Lassen Sie sich nicht manipulieren: Der Besitzeffekt

Die Anregungen für diese Serie stammen aus dem Buch
Andreas Edmüller und Thomas Wilhelm:
"Manipulationstechniken: So wehren Sie sich"

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