Diversität: Nicht nur ein Thema für HR

Diversität muss eine Querschnittsmaterie werden, finden Personaler.

(c) Andi Bruckner

Diversität als Asset für den Wirtschaftsstandort Österreich wurde vergangene Woche im Haus der Industrie intensiv diskutiert und bearbeitet. Zunächst sprach eine hochkarätig besetzte Runde u. a. mit Bundesministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) und Philip Wenzel, Vice President Corporate HR bei BMW, über den Wert, aber auch die Grenzen von Diversität in Unternehmen und darüber, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um Diversität zu ermöglichen. In drei Arbeitsgruppen zur Geschlechter-, Generationen- und kulturellen Diversität wurden dann auch konkrete Maßnahmen erarbeitet. (Bilder zum Event finden Sie hier.)

Geschlechterdiversität: In Sachen Gleichstellung von Männern und Frauen, so der Tenor, sei der Schmerz offenbar noch nicht groß genug. Modelle zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie/Freizeit mit entsprechenden Formen der Arbeitszeit- und Arbeitsorganisationsgestaltung gebe es nach wie vor nur in eingeschränkter Form. Um das ändern, gelte es, die Angst vor der Quote zu verlieren, die mittelfristig ein Katalysator sein kann, mehr Frauen in Führungspositionen zu lotsen. Ebenso wichtig sei es, unbewusste Voreingenommenheit (unconscious bias) rund um Geschlechterzuschreibungen bewusst zu machen und zu beseitigen. Das müsse in den Schulen genauso wie in den Familien (etwa durch in Teilzeit arbeitende Männer bzw. Väter) passieren.

Generationendiversität: Ältere Menschen, so hieß es aus der Bundesregierung, könnten dazu beitragen, den Fachkräfteengpass zu beseitigen. Eine der Ableitungen des Arbeitskreises war, vonseiten der Unternehmen stärker auf die wechselnden Bedürfnisse in den unterschiedlichen Lebensphasen einzugehen – über Arbeitsplatzorganisation, Gesundheits- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Kulturelle Diversität: Wir verlangen Menschen mit Migrationshintergrund viel ab – mehr als Österreichern. Das war eine der Botschaften der Arbeitsgruppe. Dennoch sei der Spracherwerb die erste und wichtigste Hürde. Immerhin haben sieben von zehn Kindern, die in Wien auf die Welt kommen, Migrationshintergrund – Diversität sei also Realität. Sie solle langfristig hinaus aus dem Kanon der HR-Themen und als Querschnittsmaterie verstanden werden.


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