Buchtipps der Woche: Top 10 Sachbücher

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Schlaue Sachbücher: Die Schweizer Online-Bibliothek getAbstract hat die weltweit größte Sammlung von Businessbuch-Zusammenfassungen. Hier sind die Top 10 des Monats.

(c) Pixabay
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Platz 10: Digital Cleaning
Informationsflut bewältigen, digital aufräumen und Ordnung halten mit System
von Herbert Hertramph

Aufräumen im Dateiarchiv – klingt nach einem reichlich trockenen Thema. Ist es aber gar nicht. Überraschend lebensnah beschreibt Herbert Hertramph, wie man das Digitalarchiv ausmistet, es klug strukturiert und fortan mit Minimalaufwand in Ordnung hält. Er spart nicht mit nützlichen Kniffen: wie man automatische Suchläufe durchführt, ein sicheres Passwort erstellt oder seine Daten ein- oder mehrfach verschlüsselt. Hertramph hat anscheinend jedes auf dem Markt befindliche Hilfsprogramm getestet und stellt das jeweils beste und meist sogar kostenlose zu einem Thema vor, samt Bildanleitung. Einziger Haken: Wer sich noch nie mit dem Thema beschäftigt hat, versteht nur Bahnhof. Ein bisschen Ahnung sollte man also haben.

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Platz 9: Die Chinesen
Psychogramm einer Weltmacht
von Stefan Baron und Guangyan Yin-Baron

China ist so alt und so groß – und sollte darum eigentlich im Westen gut bekannt sein. Stattdessen gibt es hierzulande große Wissenslücken und vor allem Vorurteile, wie das deutsch-chinesische Autorenpaar aus eigener Erfahrung weiß. Stefan Baron und Guangyan Yin-Baron haben diese peinliche Ausgangslage genutzt, um ein informatives, umfassendes Buch über das Reich der Mitte zu schreiben. Die jahrtausendealte Geschichte und Philosophie behandeln sie gezielt mit zeitgenössischem Blick auf deren Auswirkungen in der Gegenwart. Immer wieder greifen sie hiesige Klischees über „die Chinesen“ heraus und erklären chinafreundlich, aber sachlich, ob etwas dahintersteckt. Wirtschaft, Politik, Militär, Kultur, Lebensart, Eigenheiten: Der Rundumblick lässt kaum eine Frage zum chinesischen Wiederaufstieg offen – außer derjenigen nach der passenden Antwort der westlichen Welt auf diese umstürzende Herausforderung.

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Platz 8: Die 7 Wege zur Effektivität
Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg
von Stephen R. Covey

Dieses Buch ist ein außergewöhnlicher Ratgeber, um Ihr Leben neu zu gestalten. Anstelle raffinierter Techniken und griffiger Methoden zu größerer Effizienz bietet es eine Begleitung zu einem Wachstumsprozess, der auf der menschlichen Freiheit gegründet ist. Im Zentrum eines sinnvollen Lebens liegen Prinzipien, aus denen Techniken und Strategien erst erwachsen. Die sieben Wege sollen Ihnen ermöglichen, die für Sie selbst wichtigen Werte aufzuspüren und sie zu Prinzipien zu machen, die Sie täglich in die Tat umsetzen. Effektivität bedeutet in ihrer Vollendung, aus der Unabhängigkeit herauszutreten und zu einfühlender Kommunikation und zu partnerschaftlicher Kooperation fähig zu sein. Ein großes Plus dieses wichtigen Buches, das auch neu aufgelegt ein Bestseller blieb, ist, dass die persönlichen Erfolge den öffentlichen Erfolgen vorangehen. Die graue Theorie ist mit vielen Beispielen aufgelockert, sodass die Wege nicht zu steinig werden.

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Platz 7: Warum unsere Chefs plötzlich so nett zu uns sind
Und warum sie es wahrscheinlich sogar ernst meinen
von Wolfgang Jenewein

Die Arbeitswelt von heute funktioniert anders als früher: Sie ist volatiler, unsicherer, komplexer und ambiger (VUKA) geworden. Und auch die Anforderungen der Generation Y stellen Führungskräfte vor echte Herausforderungen. Doch wie gehen Unternehmen damit am besten um? Führungskräftetrainer Jenewein stellt zahlreiche Führungsstile und Methoden vor, die dabei helfen. Zwischendurch finden sich zwar immer wieder kurze Werbeblöcke über die eigene Arbeit des Autors, aber dafür bekommt der Leser fundiertes Wissen auf kurzweilige Art und Weise präsentiert. Mit selbstkritischen Fragen und anschaulichen Beispielen regt Jenewein zum Nachdenken an.

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Platz 6: Unkompliziert!
Das Arbeitsbuch für komplexes Denken und Handeln in agilen Unternehmen
von Stephanie Borgert

Sie haben alles unter Kontrolle, aber trotzdem läuft nichts wie geplant? Das liegt wohl daran, dass die lineare Denkweise, mit der wir unseren beruflichen Herausforderungen begegnen, der Wirklichkeit nur selten gerecht wird. Organisationen sind komplexe, sich weiterentwickelnde soziale Systeme. Sie basieren auf bewussten und unbewussten Strukturen und beinhalten zahlreiche Wechselwirkungen. Stephanie Borgert schärft dafür in ihrem Buch den Blick. Sie enttarnt Gewissheiten, die eigentlich ins vorige Jahrhundert gehören, und schafft Bewusstsein dafür, dass viele Probleme über den Bereich hinausgehen, der mit Faulheit, Charakter- oder Führungsschwäche erklärt werden kann. Ein Buch voller hilfreicher Denkansätze und Tipps.

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Platz 5: Meet up!
Einfach bessere Besprechungen durch Nudging. Ein Impulsbuch für Leiter, Moderatoren und Teilnehmer von Sitzungen
von Martin J. Eppler und Sebastian Kernbachn

Der Begriff „Meet up“ kommt aus dem amerikanischen Raum und steht für konzentrierte, informelle Treffen. Die Teilnehmer wollen zügig zu einem Ergebnis kommen. Das könnte man mit eiserner Disziplin zu erreichen suchen – oder mit freundlichen kleinen Schubsern, subtilen Manipulationen, die mit einem Augenzwinkern zum Ziel führen. Diese Schubser heißen Nudges. Sie folgen dem Prinzip der Positiven Psychologie: Was man freiwillig macht, macht man doppelt so gern. Und wer sich wohlfühlt, leistet mehr. Martin J. Eppler und Sebstian Kernbach haben Dutzende Nudges für alle möglichen Meetingsituationen zusammengestellt.

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Platz 4: Teamwork agil gestalten
Das Mitmachbuch
von Alois Summerer und Paul Maisberger

Das Buch leistet mehr, als der Titel vermuten lässt. Die Autoren erläutern nicht nur, wie Teams agiler werden. Tatsächlich zeigen sie einen Weg auf, wie sich traditionelle Unternehmen fit für die Zukunft machen lassen. Sie nehmen den Leser an die Hand, indem sie erstens alle wichtigen Themen anreißen (Zielbild, Unternehmenskultur, Führung, moderne Werkzeuge, Befähigung von Teams, Change-Prozess und mehr). Zweitens gelingt es den Autoren, die Relevanz und Bedeutung dieser Themen für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens verständlich und nachvollziehbar zu beschreiben. Und schließlich fordern sie den Leser anhand von Arbeitsmaterialien immer wieder auf, zu reflektieren, wo er steht, was er benötigt, wo er hinmöchte. Das Buch geht weniger in die Tiefe, als dass es Zusammenhänge aufzeigt, Wege vorschlägt, auf heikle Punkte hinweist und Hilfestellungen gibt. Zugleich ist es so präzise und klug geschrieben, dass sich am Ende der Eindruck einstellt, über alles Wichtige informiert zu sein.

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Platz 3: Denke nach und werde reich
Das Original von 1937 – unverändert und ungekürzt
von Napoleon Hill

Wenn man dieses Buch liest, hat man das Gefühl, die Zeit sei stehen geblieben. Weder am Wunsch nach Reichtum hat sich etwas geändert noch an den Ratschlägen, wie sich die finanzielle Unabhängigkeit vermeintlich am besten erreichen lässt. Napoleon Hills Bestseller aus den 1930er-Jahren klingt nicht anders als die Werke zahlreicher zeitgenössischer Managementgurus, die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zunehmend esoterischer Ansätze und deren Methoden bedienten. Doch obwohl es immer noch gern propagiert wird, hat die Wissenschaft, allen voran Neurowissenschaften und Psychologie, längst belegt, dass der Weg zu Reichtum so einfach nicht funktioniert. Es ist schlicht falsch, dass Reichtum und Armut im Denken beginnen – wer in einen Slum geboren wurde, hat sich das bestimmt nicht ausgedacht. Außerdem lässt sich die eigene Einstellung nicht so einfach durch Glaube und Autosuggestion steuern. Dennoch kann sich die Lektüre von Napoleon Hill lohnen, heute vielleicht mehr denn je. Wer verstehen will, warum der Wunsch nach Reichtum immer noch so sonderbare Blüten treibt, findet hier interessante Geschichten über die Ursprünge des Erfolgs.

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Platz 2: Aufklärung jetzt
Für Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt. Eine Verteidigung
von Steven Pinker

Wie schon in Gewalt, tritt Harvard-Psychologe Steven Pinker auch in seinem neuesten Werk als mahnende Stimme der Vernunft auf. Dabei mahnt er jedoch keineswegs, wie in dem Genre sonst üblich, zur Kritik an der Moderne, zum Innehalten im technologischen Fortschritt, zum Kampf gegen vermeintlich neoliberalistische Dogmen der allgemeinen Rationalisierung – sondern zum glatten Gegenteil: zum Fortschrittsoptimismus. Der Wertekanon der Aufklärung habe die Menschheit bis hierher gebracht, in die beste aller Zeiten, in der mehr Menschen lesen können, die durchschnittliche Lebenserwartung höher, die weltweite wirtschaftliche Ungleichheit niedriger ist, in der mehr Menschen in demokratischen Gesellschaften leben als je zuvor. Und ein Festhalten an Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt sei unsere beste Hoffnung, auch die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können. Jenem Fortschrittspessimismus indes, dem heute von rechts und links das Wort geredet wird und der oft schlicht ein Ergebnis kognitiver Verzerrungen sei, gelte es entgegenzutreten. Pinkers Argumentation, so reichlich er sie auch mit Zahlen belegt, ist durchaus kontraintuitiv und schwer zu akzeptieren – woran womöglich eben jene eingefleischten kognitiven Verzerrungen schuld sind.

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Platz 1: 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert
von Yuval Noah Harari

Nachdem Yuval Noah Harari sich in seinen Weltbestsellern Eine kurze Geschichte der Menschheit und Homo Deus erst der Vergangenheit, dann der Zukunft unserer Spezies gewidmet hat, wirft der israelische Historiker in 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert einen Blick auf die drängendsten Fragen der Gegenwart. Und davon gibt es, das weiß man nach der Lektüre, mehr als genug: Wie gehen wir mit den Revolutionen der Bio- und Informationstechnologie um? Ist der Liberalismus am Ende? Leben wir nun im postfaktischen Zeitalter und was sollen eigentlich Kinder heute in der Schule lernen? Für Harari hängt alles zusammen und so bleibt ihm kaum etwas anderes übrig, als in den ganz großen Zusammenhängen zu denken. Wo die ersten Kapitel noch durch einige streitbare, aber auch starke Grundthesen zu den technologischen Revolutionen verknüpft sind, verliert er in der zweiten Hälfte leider etwas den argumentativen Faden. Brillant und unterhaltsam ist er natürlich trotzdem wie immer.

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In zwei Wochen präsentieren wie Ihnen zehn interessanteste Neuerscheinungen. Die Top 10 der meist gelesenen Sachbücher gibt es wieder in zwei Wochen.

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