Frauen auf die Baustelle

Der Fachkräftemangel macht kreativ. Selbst Harte-Männer-Branchen.

Pixabay

Ganz egal, wie gut das Geschäft läuft – fehlen die Leute zur Umsetzung, stagniert es. „Wir finden keine gewerblichen Mitarbeiter mehr“, klagt etwa Porr-Chef Karl-Heinz Strauss. Deshalb will Strauss jetzt Frauen für die Baubranche begeistern.

Dafür schraubt er am Harte-Männer-Image. Mit familienfreundlichen Arbeits- und Auszeitmodellen, Kinderbetreuung und der Möglichkeit, die Kids auch ins Büro mitzunehmen.

Für die 23 Mädchen, die derzeit bei ihm lernen, ist das Zukunftsmusik. Sie lassen sich zu Maurerinnen ausbilden, zu Tiefbauerinnen oder Transportbetontechnikerinnen. Zum Vergleich: Den 23 Mädchen stehen 267 Burschen gegenüber.

Ein Wunsch ist allerdings, dass einige später Polierinnen werden. Damit sie sich auch auf der Baustelle behaupten, gibt es Mentoring und Empowerment-Seminare.

Einen weiteren Aspekt bringt Susanne Formanek ein, Präsidentin des Instituts für Baubiologie und -ökologie (IBO). Je mehr Digitalisierung auf dem Bau – Stichworte Building Information Management (BIM), Lean Design und Lean Construction –, desto mehr tritt körperliche Arbeit in den Hintergrund. „In Asien sind Frauen auf der Baustelle längst gleichwertig“, sagt die Diplomingenieurin. Österreich hinke nach: „Das alte Prinzip: Zwei Schritte vor, einer zurück.“


[P8243]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.03.2019)

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