Studie

Wollen Frauen immer noch einen Ernährer an ihrer Seite?

Kein Job, keine Freundin: Paare trennen sich eher, wenn es beim Karrierestart des Mannes holpert.

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Junge Paare, fand das Deutsche Jugendinstitut DJI heraus, trennen sich häufiger, wenn der Berufseinstieg des Mannes misslingt. Hat hingegen die Frau einen holprigen Start ins Berufsleben, ändert das nichts an der Beziehung.

Untersucht wurde, wie sich der Einstieg in den Arbeitsmarkt auf junge Paare auswirkt. Schaffen die jungen Männer den Übergang ins Berufsleben nicht und sind sie mit Mitte/Ende 20 zumindest zeitweise arbeitslos, erhöht sich die Trennungsrate um 43 Prozent im Vergleich zu den erfolgreichen Einsteigern. Bei jungen Frauen ist dieser Effekt nicht nachweisbar. Ob und was die Frau arbeitet, belastet Paare anscheinend nicht.

Umgekehrt stabilisiert ein erfolgreicher Berufseinstieg des Mannes die Beziehung spürbar. Mit dem ersten Job steigt die Wahrscheinlichkeit, einen gemeinsamen Haushalt zu gründen, signifikant an.

Schlussfolgerung der Autorinnen: Die alten Geschlechterrollen sind unverändert mächtig. Männer werden immer noch in der Rolle des Ernährers gesehen, was sie doppelt belastet. Erst ein beruflicher, dann ein privater Misserfolg wirken sich negativ auf ihre Lebensläufe aus. Im Sinn der jungen Männer fordern die Autorinnen deshalb mehr Chancengleichheit und weniger Druck auf die Männer.[PEVE9]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.05.2019)

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