Management & Karriere

Home Office ist gut, Büro ist besser

Österreichs Betriebe senden bei flexibler Arbeit widersprüchliche Signale.

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Symbiobild – (c) imago images / Westend61 (Giorgio Fochesato via www.imago-images.de)

Da ist einmal das Home Office etabliert und Kernarbeitszeiten zunehmend unwichtig. Gleichzeitig aber bleibt die physische Anwesenheit im Büro erwünscht.

Mit der Flexible Working Studie 2019 erhebt Deloitte Österreich in Zusammenarbeit mit der Universität Wien und der Universität Graz alle zwei Jahre den Status quo flexibler Arbeitsmodelle in heimischen Unternehmen. 214 Führungskräfte und Personalisten nahmen heuer an der österreichweiten Befragung teil. Immerhin: Flexibles Arbeiten ist in Österreich auf dem Vormarsch. Das zeigt sich bei mehreren Faktoren.

Kernarbeitszeit wird unwichtiger

Kernarbeitszeiten verlieren an Bedeutung. Vor zwei Jahren haben noch fast zwei Drittel der Unternehmen auf Gleitzeit mit Kernzeit gesetzt, jetzt tut dies nur mehr die Hälfte. Gleitzeit ohne Kernzeit wird hingegen immer beliebter.

Die kürzlich geschaffene Möglichkeit des 12-Stunden-Tages in der Gleitzeit nutzen bereits 30 Prozent der Befragten. Weniger verbreitet ist hingegen die 30-Stunden-Woche. In Österreich hat das bisher nur knapp ein Prozent der Unternehmen tatsächlich implementiert.

Home Office ist etabliert

Bei 97 Prozent der befragten Unternehmen haben Mitarbeiter mittlerweile die Möglichkeit zur Arbeit von zu Hause aus. Allerdings wird sie bei einem Drittel nur wenigen Einzelpersonen gewährt.

Aber die tatsächliche Nutzung von Heimarbeit nimmt stark zu. Sie hat sich in den letzten zwei Jahren mehr als verdoppelt. Laut 86 Prozent der Befragten wird das Angebot von einem beträchtlichen Anteil der Mitarbeiter tatsächlich in Anspruch genommen. 2017 gaben das nur 42 Prozent an.

Allerdings hat bei 85 Prozent der Unternehmen die physische Anwesenheit im Büro noch immer einen dominanten Stellenwert. Das wird zum Problem, wenn Anwesenheit mit Leistung gleichgestellt wird. Mitarbeiter trauen sich dann nicht, Home-Office-Angebote wahrzunehmen.

Führungskräfte rund um die Uhr auf Abruf

Neben der physischen Anwesenheit spielt auch die ständige Erreichbarkeit für viele Unternehmen nach wie vor eine große Rolle. Gerade von Führungskräften erwarten 65 Prozent der Befragten, dass sie auch in ihrer Freizeit erreichbar sind. Von Mitarbeitern wird das von einem Viertel der Unternehmen eingefordert.

Ein letztes widersprüchliches Signal wird in der Vertrauensfrage gesendet. Zum einen geben 75 Prozent an, ihren Mitarbeitern zu vertrauen. Zum anderen setzen 39 Prozent auf zusätzliche Kontrollmechanismen. 

(APA)

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