Boku: »Die grüne Branche ist anders«

Die Absolventen können wählen: Das Jobangebot übersteigt die Nachfrage. »Nachhaltigkeit wird immer mehr zum Thema«, sagt Gudrun Schindler, Leiterin des Alumniverbandes.

Boku gruene Branche anders
Boku gruene Branche anders
(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Über Auswahlmöglichkeiten beim ersten Job können sich die Absolventen der Universität für Bodenkultur (Boku) freuen: Die Anzahl der Nachfragen nach Absolventen und Bewerber mit Berufserfahrungen übersteigt die Zahl der Alumni pro Jahr – in der Studienrichtung Umwelt- und Bioressourcenmanagement sogar um mehr als das Siebenfache.

„Alumni dieser Universität haben meist nur wenig Konkurrenz und keine Bewerbermassen vor sich, wenn es um eine Stelle geht“, erklärt Gudrun Schindler. Aufgrund der wirtschaftlich angespannten Situation sei die Nachfrage nach Bewerbern in der Krise zurückgegangen, räumt die Geschäftsführerin des Alumnidachverband der Boku ein. Allerdings sei der Rückgang geringer ausgefallen als bei Absolventen anderer Universitäten.

 

Jobmarkt im Wachsen

Positiv sieht Schindler aber in die Zukunft. „Die grüne Branche ist anders. Der Jobmarkt ist im Wachsen begriffen“, ist sich die Boku-Absolventin sicher. Konkret spricht Schindler auch sogenannte „Green Jobs“ – also Berufe, die im Bereich der Umwelttechnologie zu finden sind – an. So seien beispielsweise aktuell Kandidaten aus den Bereichen Kulturtechnik und Abwasserwirtschaft stark nachgefragt.

„Themen wie Nachhaltigkeit werden nun – vielleicht auch wegen der Krise – von Unternehmen viel ernster genommen.“ So nennt die HR-Fachfrau unter anderem Optimierungsmöglichkeiten in Produktionsprozessen, in denen die Absolventen der Hochschule aufgrund ihrer speziellen Ausbildung punkten können. Boku-Absolventen können dabei nicht einzig nach finanziellen Einsparungsmöglichkeiten suchen, sondern Abläufe auch nach ökologischen Kriterien gestalten.

 

Nicht nur im Management

Dieses Dreisäulenmodell, so Schindler, bestehe aus einer technischen und naturwissenschaftlichen Ausbildung, welche mit wirtschaftlichem Know-how ergänzt werde. „Durch diese Kombination haben die Bewerber natürlich oft einen Startvorteil im Berufsleben“, berichtet Schinder aus ihrer beruflichen Beratungspraxis. Das breite fachliche Wissen der Absolventen ermögliche eine Reihe von Einsatzmöglichkeiten. „Management, Forschung und Entwicklung, Planung und Ausführung, Beratung oder Vertrieb und Verwaltung – das sind die beruflichen Felder der Boku-Absolventen“, konkretisiert sie.

Trotz der positiven beruflichen Aussichten empfiehlt Gudrun Schindler den Neoakademikern, Bewerbungsgespräche nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Einige Unternehmen, so erzählt sie, hätten Erfahrungen gemacht, dass sich Boku-Absolventen recht wenig auf den potenziellen Arbeitgeber vorbereitet hätten. „Die Kandidaten sollten sich jedenfalls gewissenhaft vorbereiten“, rät Schindler.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.07.2010)

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