Hilfe für studentische Gründer ab der Stunde null

"akostart", das gemeinsame Start-up-Netzwerk der Johannes Kepler Universität, Fachhochschule Oberösterreich und der Kunstuniversität Linz soll Studierenden den Schritt in die Selbstständigkeit erleichtern.

Hilfe fuer studentische Gruender
Hilfe fuer studentische Gruender
Gerold Weisz möchte Studierenden bei der Unternehmensgründung helfen. – FH OÖ

Eine geniale Geschäftsidee zu haben, ist die eine Sache - diese auch real umzusetzen, die andere. Häufig fehlt der Mut zur Selbstständigkeit, noch häufiger fehlt einfach das nötige Wissen, wie man die Sache konkret angehen soll.

"akostart oö" will genau dabei helfen - vorausgesetzt man studiert an der Johannes Kepler Universität, der Fachhochschule Oberösterreich oder der Kunstuniversität Linz. Denn es handelt sich dabei um das neue gemeinsame Start-up-Netzwerk dieser drei Hochschulen. "Mit den Studierenden oder Absolventen, die zu uns kommen, fangen wir bei Stunde null an. Damit schließen wir auch eine Lücke zu bereits bestehenden Gründungsinitiativen, die zumeist schon ein konkretes Konzept oder einen Businessplan voraussetzen", sagt Gerold Weisz, Initiator und Vorstandsmitglied des Netzwerkes. Gründungswillige können zu akostart gehen, dort ihre Idee im persönlichen Gespräch vorstellen und bekommen dann erste Ratschläge. Der nächste Schritt geht bereits in die Tiefe. "Ganz besonders wichtig für eine Unternehmensgründung ist eine intensive Marktanalyse, um einschätzen zu können, wie tragfähig die Idee überhaupt ist", erklärt Weisz, denn "man kann den Konsumenten nicht erziehen. Entweder er nimmt das Produkt an oder eben nicht." Die dafür notwendige grundlegende Marktforschung wird häufig gemeinsam mit Studierenden der drei Hochschulen erstellt, somit lassen sich auch hier Synergieeffekte realisieren.

Ideen mit Potenzial unterstützt "akostart" schließlich durch Hilfe beim Ansuchen von Förderungen, bei der Businessplan-Erstellung und durch Vernetzung mit Gleichgesinnten, Investoren und Business Angels. Gerade Letzteres ist besonders wichtig, da es für Jungunternehmer nach wie vor sehr schwierig ist, genügend Kapital in der Frühphase aufzustellen.

Das liege daran, dass es immer noch mühsam ist, private Investoren in Österreich für eine neue Idee zu begeistern, sagt Weisz. Investitionen in junge Unternehmen seien zwar in der Frühphase risikoreich, bei Erfolg des Unternehmens könne man aber mit einer hohe Rendite rechnen. Kredite von Banken spielen dagegen in der Gründungsphase kaum eine Rolle: "Es ist schließlich auch nicht die Aufgabe der Banken, ein Risiko zu finanzieren."

Kritisch sieht Weisz allerdings die Förderstruktur in Österreich. So würde zwar besonders viel im Hightech-Bereich gefördert, die vernachlässigte Basis bilden aber Unternehmensgründungen vor allem im innovativen Bereich, im Gewerbe und in der Dienstleistungsbranche. Die Gründer der erfolgreichen Sport-App runtastic mussten sich etwa ihren Unternehmensstart mit Lehr- und Programmieraufträgen finanzieren.

Der Einstieg in die Unabhängigkeit kann also durchaus hart sein. Angehende Unternehmer bräuchten daher neben dem Glauben an sich selbst auch die nötige Risikobereitschaft, ausreichend Geduld und außerdem ein großes Durchhaltevermögen - vor allem in den ersten Jahren, wenn man mit so gut wie keinem Einkommen leben müsse, sagt Weisz.

Eine Unternehmensgründung ist daher nicht jedermanns Sache. In Oberösterreich machen sich rund fünf Prozent aller Studierenden selbstständig, eine Quote, die akostart erhöhen möchte. "Unternehmertum kann nicht gelernt werden", betont Weisz. Aber man könne durchaus "die Awareness" schaffen, indem man Studierende mit Role Models zusammenbringt, die zeigen, wie es gehen könnte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 4.2.2012)

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