Einkauf: Große Branchenunterschiede beim Gehalt

Am besten verdienen Einkäufer in der Energiebranche, besagt eine neue Studie. Schlusslicht ist der Dienstleistungssektor. Boni spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Einkauf Grosse Branchenunterschiede beim
Einkauf Grosse Branchenunterschiede beim
(c) Erwin Wodicka - wodicka@aon.at (Erwin Wodicka)

In der Energiebranche dürfen sich die Mitarbeiter der Einkaufsabteilung über ein durchschnittliches Jahresbruttogehalt von 77.000 Euro freuen. Damit sind sie unter ihren Kollegen die eindeutigen Spitzenverdiener. Das ergab die erste Österreichische Einkäufergehälterstudie, durchgeführt von Penning Consulting, Kerkhoff Consulting und dem Forum Einkauf des Österreichischen Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeits-Zentrums (ÖPWZ). Im Ranking folgen dahinter die Holz- und Papierindustrie (77.000 Euro) und die Automobil- und Pharmabranche bzw. Maschinenbauer (alle jeweils 65.000 Euro). Die niedrigsten Durchschnittgehälter (41.000 Euro) gibt es im Dienstleistungssektor.

„Für Unternehmen in Österreich gab es bisher kein Benchmark, mit dem sie die Möglichkeit hatten, ihre Einkäufer gehaltlich einzuordnen“, sagt Bibiane Sibera vom Forum Einkauf des ÖPWZ. „Sie wussten nicht: Vergüte ich marktgerecht? Zahle ich zu viel oder zahle ich zu wenig? Darum hat das ÖPWZ zum ersten Mal die Durchschnittsgehälter von Einkäufern in Österreich erhoben.“

In Großunternehmen mit mehr als 100 Millionen Euro Umsatz liegt dieser Wert um rund 40 Prozent höher. „Trotz der eindeutigen Korrelation von Unternehmensgröße und Gehalt werden die Spitzengehälter bei den Befragten jedoch nicht ausschließlich bei den größten Unternehmen bezahlt“, sagt Stephan Penning, geschäftsführender Gesellschafter der Personalberatung Penning Consulting und Autor des Buchs „Personal im Einkauf“. „Aufgrund von flachen Hierarchien und der Möglichkeit, somit schnell Verantwortung zu übernehmen, zahlen auch Unternehmen mit 100 bis 250 Mitarbeitern Spitzengehälter.“

Wenig Anreize für High Potentials

Variable Vergütung spielt im Einkauf offensichtlich keine besonders große Rolle. Nur ein Drittel der Einkäufer haben eine Bonusvereinbarung. Unter den Führungskräften ist es immerhin die Hälfte beziehungsweise 41 Prozent bei Einkaufsleitern kleinerer Unternehmen. „Einkäufer werden nicht ausreichend motiviert, einen exzellenten Job zu machen“, sagt Penning. „Überraschend ist sowohl die niedrige Quote der Einkaufschefs, die überhaupt ein variables Gehalt bekommen, als auch die geringe Höhe der Boni. High Potentials können so nur schwer für eine Karriere im Einkauf begeistert werden.“ Bei den Bemessungsgrundlagen für Bonuszahlungen liegen Individualziele anteilsmäßig deutlich hinter Unternehmenszielen und Bereichszielen. Hier orten die Autoren Aufholbedarf.

In Sachen Fringe Benefits sieht es nicht besonders rosig aus: Lediglich 17 Prozent der Befragten bekommen ein Firmenfahrzeug zur Verfügung gestellt. Unter den Einkaufsleitern sind es 40 Prozent. Nur knapp ein Fünftel der Einkäufer erhält eine arbeitgeberfinanzierte Pensionsvorsorge. Bei privater Unfallversicherung, Krankenzusatzversicherung oder Kinderbetreuungs-Zuschuss liegen die Werte jeweils unter zehn Prozent. An der Studie haben sich 175 heimische Unternehmen beteiligt.

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