Einer, der sich was traut

Porträt. Innovativ sein und andere unterstützen lässt sich verbinden: Stefan Perkmann Berger hat ein Start-up für Start-ups gegründet.

Einer, sich was traut
Einer, sich was traut
Einer, sich was traut – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Viele junge Menschen haben eine gute Idee, wissen aber nicht, wie sie diese zu einem Geschäftsmodell entwickeln. Genau hier will Stefan Perkmann Berger ansetzen. Der 29-Jährige ist Ko-Gründer von WhatAVenture, einer virtuellen Lernplattform für angehende Unternehmer.

Das Start-up hat er 2012 gegründet. „Mit einer Art Lernspiel können Interessierte Schritt für Schritt durchspielen, wie man ein Unternehmen gründet“, sagt er. Mehrere Felder führen zum Ziel, erst wenn man eine Aufgabe erfüllt hat, wird die nächste freigeschaltet. Hat man beispielsweise Schritt eins „Ein Team bilden“ absolviert, darf man zu Schritt zwei, „Problemlösen“, übergehen. 

Dieses Spiel ist gratis, finanzieren wird sich WhatAVenture durch den Verkauf von virtuellen Räumen. In diesen Communities können sich Universitäten, Inkubatoren oder Mentoren mit Gründern vernetzen und Projekte mitverfolgen. Mit seiner Plattform organisiert Perkmann Berger außerdem das „Founders Battle“. Der Wettbewerb, der noch mehr Menschen zum Unternehmertum motivieren soll, startet im Oktober.

Gründerkurs für Studenten

Die Idee zur Gründung hatte der Südtiroler während seiner Zeit an der WU Wien. Sein Werdegang beginnt aber an der Universität Innsbruck, an der er internationale Wirtschaftswissenschaften studiert hat. Den Master machte Perkmann Berger an der Chulalongkorn University in Thailand, dann ging er für das Doktorat nach Wien. Hier setzte er sich intensiv mit dem Thema Innovation auseinander.

Als Universitätsassistent am Institut für Entrepreneurship & Innovation der Wirtschafts-Uni startete er vor drei Jahren den Kurs „Garage“, in dem sich Studenten vernetzen, die sonst eher nicht aufeinandertreffen würden: Studierende von WU, Technischer Uni und Boku, aber auch von der Universität für angewandte Kunst oder der Vetmed sollen dabei gemeinsam Gründerprojekte entwickeln und werden bei Ideen und Geschäftskonzepten unterstützt. 

Dass Perkmann Berger selbst ein Unternehmen gegründet hat, liegt nicht zuletzt daran, dass er seinen Freiraum braucht, wie er erzählt. „Ich habe meinen eigenen Kopf, meine Vorstellungen sind mir wichtig.“ Die konkrete Idee für WhatAVenture kam mit der Zeit. 

Damit ein solches Projekt tatsächlich funktioniert, brauche man Durchhaltevermögen. Die Vorstellung, von Beginn an von einem Start-up leben zu können, sei nämlich illusorisch. „Man muss eine Zeitlang in den sauren Apfel beißen“, sagt Perkmann Berger dazu. Mit WhatAVenture ist er noch in dieser Phase. Welche Eigenschaften man als Gründer hat, ist für ihn aber nur zum Teil wichtig. „Natürlich braucht ein Start-up eine Person, die Unternehmer ist.“ Dieser Visionär braucht Motivationskraft, Überzeugungstalent, den gewissen Drive. Darin sieht er sich.

Es braucht das richtige Team


Worauf es aber genauso ankomme, sei das Team. Gute Mitarbeiter, die passende Rollenverteilung, Eigenverantwortung und Kommunikation auf Augenhöhe seien letztlich das Um und Auf, sagt Perkmann Berger. Ein Punkt, der ihn übrigens auch zur Gründung motiviert hat: Er wollte es besser machen als viele andere Chefs.

Wie er all das gelernt hat, was er heute als Unternehmer braucht, kann Perkmann Berger gar nicht genau sagen. Sein Motto: die eigenen Grenzen ausloten und sich dadurch weiterentwickeln. Man müsse sich etwas trauen, neue Dinge ausprobieren – und akzeptieren, wenn etwas schiefläuft. „Und letztlich geht es auch darum, sich gut zu verkaufen.“

Zur Person

Stefan Perkmann Berger, 1984 in Südtirol geboren, studierte in Innsbruck und in Thailand Wirtschaftswissenschaften. Sein Doktorat machte er heuer an der WU Wien. Vor einem Jahr gründete er die Online-Lernplattform WhatAVenture, bei der angehende Unternehmer spielerisch bei der Entwicklung von Geschäftskonzepten unterstützt werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.09.2013)

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