Der Weg zum Steuerberater

Berufsqualifikation. Worauf es Arbeitgebern in der Branche ankommt erklärte eine elitäre Runde im Rahmen einer Podiumsdiskussion.

Steuerberater
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Steuerberater – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Es wurde ausgiebig diskutiert. Unter dem Titel „Steuerberater – Ein Beruf für alle Jahreszeiten?“ kamen Vertreter aus der Branche zusammen, um das Berufsbild zu konkretisieren und den studentischen Zuhörern Input für ihre Zukunftsplanung zu liefern. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Michael Lang, dem Vorstand des Instituts für Österreichisches und Internationales Steuerrecht.

Die Frage, welches Studium man für den Beruf des Steuerberaters wählen und welche Schwerpunkte gesetzt werden sollen,  beantwortete Werner Leiter, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei Grant Thornton Unitreu: „Zusätzlich zu den theoretischen Grundlagen sollte man die Vielfalt des Angebots nützen, um persönliche Interessen zu erkunden. Die Freiheit, Gegenstände und Fachgebiete auszuwählen, ist einmalig und sollte nicht leichtfertig vergeben werden.“

„Exzellente Fachkenntnisse“

Margit Widinski, Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin bei der BDO, äußerte konkretere Anforderungen: „Um ein guter Steuerberater zu werden, bedarf es exzellenter Fachkenntnisse, hoher Kommunikationsstärke und der Bereitschaft für lebenslanges Lernen. Gerade für Ersteres kann und muss man die Basis während des Studiums legen – und hierbei gilt: je stärker bereits im Studium die Spezialisierung ist, desto besser ist man auf seinen späteren Beruf vorbereitet. Sicher ist das Wirtschaftsrecht-Studium eine ideale Vorbereitung, aber auch andere Studienrichtungen mit einem einschlägigen Schwerpunkt, wie beispielsweise Accounting, sind zu empfehlen.“ Noch detaillierter fiel das Statement von Andreas Sauer aus. „Absolvieren Sie möglichst viele Veranstaltungen aus Steuerrecht, Buchhaltung und Bilanzierung sowie Privatrecht. Fremdsprachenkenntnisse sind ebenfalls sehr wichtig.“

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Frage nach den außeruniversitären Qualifikationen, die dabei helfen können, als Steuerberater zu arbeiten. Der gut befüllte und vor allem durch Studenten besetzte Hörsaal spitzte seine Ohren, als Bernd Hofmann von PwC sprach: „Wir sind sehr daran interessiert, dass Bewerber eine gewisse Auslandserfahrung mitbringen. Zum einen zählen hier die dabei gewonnenen Sprachkenntnisse, wobei in diesem Zusammenhang vor allem ein englischsprachiges Umfeld besonders wertvoll wäre. Zum anderen zeigt ein Auslandsaufenthalt ganz generell die Bereitschaft des Bewerbers, die persönliche ,Komfortzone‘ zu verlassen.“

Ausland und Praxis

Nach Markus Schragl, Steuerberater bei Ernst & Young, ist neben Auslandserfahrung auch erste Praxiserfahrung wichtig: „Praktika in unterschiedlichen Unternehmen und Branchen sowie erste Erfahrungen in der Wirtschaftstreuhand sind ideal.“ Peter Haunold von Deloitte argumentierte ebenfalls pro Auslandserfahrung, aber auch für soziale Kompetenzen: „Zum einen wird das Steuerberatungsgeschäft zunehmend internationaler, sodass Auslandserfahrungen immer wichtiger werden. Zum anderen muss der Steuerberater eine hohe soziale und kommunikative Kompetenz aufweisen, da der Umgang mit Menschen für den Erfolg im Beruf unerlässlich ist.“
Für Heinz Harb, Geschäftsführer von LBG, steht wirtschaftliches Interesse an erster Stelle: „Sich frühzeitig wirtschaftlich involvieren, sich praktisch mit Kalkulation, Rechnungswesen und Steuern vertraut machen und ein vielfältiges Interesse am Wirtschaftsleben zeigen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.12.2012)

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