„I glaub' net, daas des wos wird“

Kolumne "Führungsfehler". Er war jung und er hatte Ideen. Seinen Chef interessierten die nicht.

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)

"Wenn ein Kunde bei uns sein Konto abschließt, will er eine Bestätigung, dass er gut gewählt hat." Mit leuchtenden Augen stand der junge Marketingmann vor seinem Chef. Schicken wir ihm doch ein Dankesschreiben, visionierte er, in dem wir die Vorzüge seines Kontopakets ausloben. Nachkaufbestätigung heißt das im Autohandel. Dort bekommt jeder Käufer so einen Brief. Warum nicht von uns als Bank?

„Na, i waaß net“, brummte sein Chef. Ein Konto war kein Auto. Und wozu Aufwand für einen Kunden treiben, den man ohnehin schon gewonnen hatte? Er entschied sich schnell: „I glaub' net, daas des wos wird.“

Der Junge fühlte sich nicht verstanden. Nicht ernst genommen. In seinem Tatendrang gebremst. Frustriert zog er von dannen.

Zehn Jahre später (und längst nicht mehr bei dieser Bank) stellte er fest, dass Dankesschreiben überall Standard waren. Die Institute überschlugen sich mit Nachkaufbestätigungen auf allen Kanälen.

Schade, dachte er. Wir wären die Ersten gewesen.

 

Das Management. Unendliche Möglichkeiten für Führungsfehler. Wenn Sie einen solchen loswerden wollen, schreiben Sie an: andrea.lehky@diepresse.com

Ähnlichkeiten mit realen Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Weitere "Führungsfehler" finden Sie hier.

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