Die Chefin ist ein bisserl hysterisch

Kolumne "Führungsfehler": Die Steuerberatung war in einer großen Altbauwohnung. Links arbeiteten die Buchhalterinnen, rechts wohnte die Chefin.

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Die Chefin war eine temperamentvolle Frau. So bekamen denn auch die Buchhalterinnen jedes Detail ihres hochemotionalen Privatlebens mit. Mal waren die Kinder krank und liefen bazillenschleudernd durch das Büro. Drei Tage später hatten auch die Buchhalterinnen die Grippe.

Mal bekam die Chefin Herrenbesuch, der sie mit verschmiertem Lippenstift und zerwühlten Haaren zurückließ. Dann gab es wieder Krach mit dem Lebensgefährten, der noch drei Zimmer weiter zu hören war.

Eines Morgens fanden die eintrudelnden Buchhalterinnen die völlig aufgelöste Putzfrau vor. „Katastrophe, Katastrophe!“, stammelte die. In der Nacht war der Streit eskaliert, der Lebensgefährte hatte den Safe ausgeräumt und mit Geld und Dokumenten das Weite gesucht. Die Chefin nahm das so her, dass sie sich in ihrem Zimmer einsperrte und lautstark (und ein wenig theatralisch) vor sich hinschluchzte.

Wie gut, dass sich die Buchhalterinnen längst umgehört hatten und geschlossen in einer anderen Steuerberatung unterkamen. Auch für die Chefin gab es ein Happy End: Der Lebensgefährte wurde gefunden, zwar mit den Dokumenten, aber ohne das Geld.

Immerhin: Jetzt hatte sie die Wohnung ganz für sich.

 

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Ähnlichkeiten mit realen Personen oder Unternehmen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Weitere "Führungsfehler" finden Sie hier.

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