Schöner scheitern

Kolumne Führungsfehler. Drei Jahre sollte das Projekt laufen. Für diese drei Jahre hatte der Projektleiter einen perfekten Plan ausgearbeitet, durchdekliniert bis auf Wochenebene. Er fand das ohnehin großzügig.

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Sein Plan war zum Scheitern verurteilt, noch bevor er begonnen hatte. Die handelnden Personen wollten nicht kooperieren und boykottierten sich gegenseitig. Ein Jahr kämpfte unser Projektleiter gegen Windmühlen, dann gab er auf. Im einem letzten Meeting stellte er sich vor das zerstrittene Team und bekannte: „Ich weiß nicht mehr weiter“.

Ein paar Querulanten hatten es immer schon gewusst und verließen triumphierend den Raum. Dann passierte, womit er nicht gerechnet hatte. Die anderen blieben und schlugen vor, dies zu probieren und das anders zu machen. Neue Stakeholder an Bord zu holen. Neue Ressourcen anzuzapfen. Neu zu starten.

Gesagt, getan. Er hatte ja auch nichts mehr zu verlieren. Am Ende war das Projekt nicht so gut wie er es geplant hatte.

Es war besser.

 

Das Management. Unendliche Möglichkeiten für Führungsfehler. Wenn Sie einen solchen loswerden wollen, schreiben Sie an: andrea.lehky@diepresse.com

Ähnlichkeiten mit realen Personen oder Unternehmen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

 

Weitere "Führungsfehler" finden Sie hier.

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