Das Märchen von der offenen Tür

Kolumne "Führungsfehler". „Meine Tür steht immer offen“, tönte der Geschäftsführer in seinen Ansprachen. Die Realität sah anders aus.

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Da war zuerst mal seine Assistentin. Die war darauf geschult, keinen Störer durchzulassen. Es gelang nicht einmal, an ihr vorbeizukommen, wenn sie auf Mittagspause war. Sie verließ ihren Platz erst, wenn ihre Vertretung die Tür bewachte.

In großen Abständen gewährte er seinen Direct Reports einstündige Termine. Immer nach semselben Muster: Drei Viertel der Zeit erklärte er, was er erwartete (mehr Umsatz und/oder mehr Spanne). Die letzte Viertelstunde durften sie ihre Anliegen vortragen. Hatten die Problemcharakter, klopfte er ihnen auf die Schulter und sagte: „Überleg‘ dir etwas“.

Damit, sagte er, signalisierte er Vertrauen in seine Führungskräfte. Delegieren, hatte ihm sein Coach gesagt, sei die Königsdisziplin der Führung.

Im Übrigen hielt er sich für eine großartige Führungskraft. Er schenkte seinen Leuten Zeit, Anerkennung und war immer für sie da.

Was wollten sie mehr?

 

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Ähnlichkeiten mit realen Personen oder Unternehmen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle "Führungsfehler" finden Sie hier.

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