Das ungeschriebene Gesetz

Kolumne "Führungsfehler". Wer einen FH-Abschluss hatte, durfte an keiner Uni lehren. Das verlangte ein inoffizieller Kodex.

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Der Unirektor war in Not. Im gesamten Markt fand er keinen „richtigen“ Akademiker (für ihn: einen, der an einer Universität abgeschlossen hatte, keiner FH), der ein spezielles Fach lehren konnte.

Es gab aber einen Mag. (FH), einen ausgezeichneten Vortragenden und Spezialisten seines Fachs, der das gern übernehmen würde.

Doch wie sollte der Rektor dessen „Makel“ dem Kollegium beibringen? Am besten gar nicht, dachte er und bat den Kandidaten um ein vertrauliches Vieraugengespräch. Ob es ihm etwas ausmachen würde, den Zusatz „(FH)“ seines Titels wegzulassen?

Der Kandidat staunte. Bat um Bedenkzeit. Und entschied sich dagegen. Er wäre stolz auf seine Ausbildung, begründete er, und würde, auch aus rechtlichen Gründen, seinen FH-Titel nicht verheimlichen. Wenn die Universität damit ein Problem hätte… nun, dann wäre das nicht seines.

So kam es, dass man dieses spezielle Fach an keiner heimischen Universität mehr studieren kann. Wohl aber an der Fachhochschule. Dort lehrt ein ausgezeichneter Vortragender und Spezialist seines Faches.

 

Das Management. Unendliche Möglichkeiten für Führungsfehler. Wenn Sie einen solchen loswerden wollen, schreiben Sie an: andrea.lehky@diepresse.com

Ähnlichkeiten mit realen Personen oder Unternehmen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle "Führungsfehler" finden Sie hier.

 

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