Drama in sieben Akten

Kolumne "Führungsfehler". Wie man einen verdienten Mitarbeiter demontiert.

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1. Akt: Man eröffnet einem völlig verdatterten 59-Jährigen, dass man ihn schon viel zu lange mitschleppt und endlich loswerden will. Zu diesem Zweck erfindet man beliebige Vorwürfe.

2. Akt: Ist sein Selbstbewusstsein erst einmal erschüttert, macht man ihm das Angebot einer Änderungskündigung. Derselbe Job, aber 40 Prozent weniger Gehalt.

3. Akt: Der Angestellte befindet sich in einer Doppelmühle. Er kann sich a.) kündigen lassen oder b.) demütigen und bleiben. Als Freiwild für weitere Demontage: Man hat ihm ja schon zu verstehen gegeben, dass er nichts taugt.

4. Akt: Er entscheidet sich für die Arbeitgeberkündigung und ficht sie vor Gericht an.

5. Akt: Jetzt kommt der Twist: Der Richter entscheidet gegen ihn, weil er ja das großmütige Angebot der Änderungskündigung annehmen hätte können.

6. Akt: In die Enge getrieben akzeptiert der Angestellte einen Vergleich auf niedrigem finanziellem Niveau.

7. Akt: Weil unser Held aber nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen ist, hat er längst seine Kontakte aktiviert. Die verhelfen ihm zu einem neuen, höchst befriedigenden Job. Mit 65 Jahren geht er letztlich mit dem sicheren Bewusstsein in Pension, etwas Sinnvolles beigetragen zu haben.

Happy end.

 

Das Management. Unendliche Möglichkeiten für Führungsfehler. Wenn Sie einen solchen loswerden wollen, schreiben Sie an: andrea.lehky@diepresse.com

Ähnlichkeiten mit realen Personen oder Unternehmen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle "Führungsfehler" finden Sie hier.

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