Bloß nicht anecken

Kolumne „Führungsfehler“. Die Personalchefin galt als farblos. Bis zu diesem Meeting, als über einen potenziellen Kunden geredet wurde, über den sie mehr wusste als die anderen.

Schließen

Der potenzielle Kunde zahlte nie. Purer Zufall, dass die Personalchefin das wusste. Sie zeigte auf und äußerte ihre Bedenken, aber der Verkaufsleiter wollte sich den Erfolg nicht vermiesen lassen. Die Personalchefin zuckte die Schultern und verstummte. Bloß nicht anecken. War ja nicht ihr Revier.

Der Kunde zahlte tatsächlich nicht. Man ging vor Gericht, doch er entzog sich dem Urteil, indem er pleite ging. Die Firma blieb auf ihren Kosten sitzen.

Warum haben Sie damals im Meeting nicht insistiert?, fragte sie der Verkaufsleiter, um einige graue Haare reicher. Sie haben mich so böse angeschaut, antwortete die Personalchefin. Ich wollte Ihnen Ihren Auftritt nicht kaputtmachen.

Der Verkaufsleiter verstand die Welt nicht mehr.

 

Das Management. Unendliche Möglichkeiten für Führungsfehler. Wenn Sie einen solchen loswerden wollen, schreiben Sie an: andrea.lehky@diepresse.com

Ähnlichkeiten mit realen Personen oder Unternehmen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle "Führungsfehler" finden Sie hier.

 

 

 

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen
    Meistgekauft
      Kommentar zu Artikel:

      Bloß nicht anecken

      Schließen

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.