Führungsfehler

Huckepack

Kolumne "Führungsfehler". Er war jung, begabt und ehrgeizig. „Geben Sie mir ein eigenes Projekt“, bekniete der Projektmanager seinen Direktor, „ich will beweisen, was ich kann. Irgendein Projekt. Ganz egal welches.“

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Der Direktor hatte nur ein Projekt in der Pipeline, ein Pilotprodukt für Kunden über 65 Jahre. Ein Zukunftsmarkt, davon war der Direktor überzeugt. 65+ haben Geld, Muße und Bedarf. Sie werden das Produkt lieben.

Nur der Projektmanager, 29 Jahre jung, konnte nichts damit anfangen. In seinem Team waren einige Ältere, denen fühlte er sich unterlegen. Die wiederum spürten genau, dass er nur theoretisierte und in Wahrheit keine Ahnung hatte. Bei seinen Präsentationen rochen sie förmlich seine Nervosität und lächelten über seine kindliche Verlegenheit.

Die Geschichte ging trotzdem gut aus. Bei einem Bier taten sich die Älteren zusammen und überlegten, ob sie den Jungen anrennen lassen oder ihn Huckepack nehmen sollten. Sie entschieden sich für Huckepack, führten ihn behutsam auf den richtigen Weg und das Produkt zum Erfolg.

Schade nur, dass sich der Junge das nachher allein auf die Fahnen schrieb.



Das Management. Unendliche Möglichkeiten für Führungsfehler. Wenn Sie einen solchen loswerden wollen, schreiben Sie an: andrea.lehky@diepresse.com

Ähnlichkeiten mit realen Personen oder Unternehmen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle "Führungsfehler" finden Sie hier.

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