Führungsfehler

Schöne neue Arbeitswelt, Teil 1, oder: Sag niemals Großraumbüro

Kolumne. Sie waren so stolz auf ihr Open Space Büro. Niemals würden sie zugeben, wie sich die Arbeit darin wirklich anfühlte. Dies ist der erste von zwei Erlebnisberichten.

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Das neue Großraumbüro hatte ein Vermögen gekosten. Halt, böses Wort, es war natürlich ein „Open Space Concept“. Wer „Großraum“ sagte, erntete strafende Blicke.

Auch der Abteilungsleiter hatte sein Einzelzimmer opfern müssen. Er saß jetzt mitten in der Mannschaft, was ihn sehr irritierte. Jeder konnte seinen Bildschirm einsehen, was bei vertraulichen Themen ebenso unangenehm war wie beim freien Surfen.

Das Unangenehmste aber war seine Telefonstimme. Nicht für ihn, für alle anderen. Der Abteilungsleiter besaß einen beachtlichen Resonanzkasten. Er dröhnte. „Die Kollegen können nicht arbeiten“, versuchte ihm seine Assistentin das Thema diplomatisch nahezubringen. „Mir egal“, konterte er.

Immer mehr Mitarbeiter beschwerten sich bei Personalchef und Betriebsrat. Es kam zur Aussprache. „Ich habe nicht um das Großraumbüro gebeten“, polterte der Abteilungsleiter. Er erntete die offizielle Belehrung, dass Open Space und Großraum zwei Paar Schuhe waren. Es war ihm egal. Er dröhnte weiter.

Die Kollegen litten weiter. Sie fanden Open Space nicht mehr so toll.

 

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Ähnlichkeiten mit realen Personen und Unternehmen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

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