Managementwahnsinn - Wahnsinnsmanagement

Was Sie sagen, wenn Ihr Kollege, statt Ihnen befördert wurde

Kolumne "Hirt on Management". Folge 87.

(c) Pixabay

In unserer Rubrik „Hirt on Management“ beantwortet Michael Hirt, Managementexperte und -berater, Executive Coach und Keynote Speaker alle zwei Wochen Fragen von Managern zu herausfordernden Situationen und kritischen Entscheidungen.

Frage: Mein Kollege und ich haben uns beide für die selbe Führungsposition beworben, aber er wurde befördert, ich nicht. Wie gehe ich damit um?

Nachdem Organisationen typischerweise in pyramidenform organisiert sind, liegt es in der Natur der Sache, dass für die allermeisten von uns ein Zeitpunkt kommen wird, bei dem sie bei einer Beförderung den Kürzeren ziehen. Und bei CEO’s ist es sowieso wie beim Highlander, denn „es kann nur einen bzw. eine geben“.

Folgende Reaktionen sind, aus meiner Erfahrung und Beobachtung, in so einer Situation weniger hilfreich:


Innere Emigration
Zu resignieren und in die innere Emigration zu gehen, Modell „beleidigte Leberwurst“ und „dann spiele ich eben nicht mehr mit.“. Damit verlängern Sie ihre Leiden nur unnötig. Falls Sie wirklich von diesem Rückschlag so frustriert sind, dass Sie das Vertrauen in die Organisation verloren haben, sollten Sie sich so schnell wie möglich eine neue Arbeitsumgebung suchen.


Rebellion
Frei nach dem Motto „Dem Hund zeig ich’s!“, boykottieren Sie den neuen Vorgesetzten aktiv, liefern keine oder falsche Informationen, sammeln belastendes Material für einen Putsch oder lassen ihn oder sie bei jeder Gelegenheit „kalt auflaufen“. Damit betreiben Sie, außer Sie haben mächtige Freunde in der Konzernzentrale, nur Ihre Selbstzerstörung und verschwenden kostbare Lebenszeit, die Sie woanders besser einsetzen könnten.

Es mag sein, dass Sie in ungerechter Weise übergangen wurden und in Wirklichkeit ein verkanntes Genie sind, aber wenn Ihre Chancen mit Verhalten eins und zwei oben, verschwindend gering sind, den neuen Vorgesetzten loszuwerden, dann sollten Sie den ehrenhaften Weg wählen und positiv und konstruktiv auf die Situation zu gehen.

Kooperation
Sagen Sie: „Frau Müller, Gratulation zu Ihrer Beförderung. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit und werde mich mit ganzer Kraft für den gemeinsamen Erfolg einsetzen.“

Das Wichtigste in Kürze
Wenn Sie bei einer Beförderung übergangen wurden, dann sind innere Emigration oder Rebellion typischerweise keine sehr hilfreichen Strategien. Entweder, Sie gehen positiv und konstruktiv auf die neue Situation und den neuen Vorgesetzten zu oder Sie suchen sich eine neue Arbeitsumgebung.

In „Hirt on Management“ beantwortet Michael Hirt, Managementexperte und -berater, Executive Coach, Keynote Speaker und Buchautor alle 2 Wochen Fragen von ManagerInnen zu herausfordernden Situationen und kritischen Managemententscheidungen.

Schicken Sie Ihre Fragen an Michael Hirt an: karrierenews@diepresse.com

Die Fragen werden anonymisiert beantwortet.

Ausblick: Die nächste Kolumne von Michael Hirt erscheint am 22. November 2018 zur Frage: Der Jahresstart für Manager.

 

Hier finden Sie die gesammelten Kolumnen.

Dr. Michael Hirt ist Managementexperte und -berater, Executive Coach, Keynote Speaker und Buchautor. Hirt verhilft Führungskräften zu außergewöhnlichen Leistungs- und Ergebnissteigerungen, mit hoher Auswirkung auf den Erfolg ihres Unternehmens. Er studierte in Österreich, den USA (Harvard LPSF) und Frankreich (INSEAD MBA) und ist weltweit tätig.

Gastkommentare und Beiträge von externen Autoren müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.

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