Im Sinn der Fluglotsen

Warum „etwas auf dem Radar haben“ viele Bedeutungen hat.

Unglaublich, wie viele Techniker es in Österreichs Unternehmen gibt. Selbst in technikfernen Betrieben wird mit Radio Detection and Ranging, also Radar, wie selbstverständlich hantiert. „Ich habe das auf dem Radar“, lautet die dazugehörige Sprechblase.

Im günstigsten Fall bedeutet „Ich habe das auf dem Radar“ – ganz im Sinn der Fluglotsen – ich habe diese Sache oder jene Aufgabe im Blick. Das klingt gleich viel aufregender als „ich arbeite daran“. Diese Sache oder Aufgabe findet sich dann längst auf der Agenda. Und falls nicht, wird das Anliegen bestimmt gleich auf die Agenda gesetzt. Agenda klingt schließlich viel gebildeter als die aus dem Englischen übernommene To-do-Liste.

Zurück zu „Ich habe das auf dem Radar“. Die Phrase kann auch anderes bedeuten. Etwa, „Hoppla, danke für die Erinnerung. Das hätte ich glatt vergessen.“ Auch auf eine dritte Variante sollte das persönliche Radar eingestellt sein: „Du nervst! Halte mich nicht auf. Komm wieder, wenn ich nichts Wichtiges zu tun habe.“ Also nie.

Übrigens: Die Radaranlagen entlang Österreichs Straßen haben viele Autofahrer nicht so wahnsinnig gut auf dem Radar. 3,89 Millionen von ihnen tappten im Vorjahr in die Falle.

E-Mails an: michael.koettritsch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.03.2014)

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