Einfach sagen, was Sache ist

Kolumne. Warum aus persönlichen Gründen unpersönlich ist.

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Immer diese Fragen: Warum man den Job verlasse, oder warum man nicht beim Abendtermin aufgekreuzt sei. Die gängige Begründung: „Aus persönlichen Gründen.“ Mit dieser Sprechblase ist das Gegenüber in der Bredouille: Es weiß nicht mehr als zuvor, und jede Nachfrage lässt es indiskret erscheinen. Gleichzeitig lädt „Aus persönlichen Gründen“ zu Spekulationen ein.

Allerdings: Wer sich auf persönliche Gründe beruft, hat immer recht. Jeder Grund ist persönlich. Oder hat jemals jemand aus unpersönlichen Gründen abgesagt oder aus unpersönlichen Gründen gekündigt?

Interessanterweise unterstützt die Ratgeberliteratur den „Aus persönlichen Gründen“-Schmäh. Etwa, wenn es darum geht, ein Jobangebot oder eine Einladung nicht anzunehmen.

Aus Loyalität werden oft persönliche Gründe genannt, wenn Arbeitsverträge (vorzeitig) beendet werden. Doch damit steigt der oder die Ausscheidende schlecht aus: Vielleicht waren doch Inkompetenz, Durchsetzungsschwäche oder Überforderung die wahren Gründe? Daher: Einfach sagen, was Sache ist. Das ist weniger unpersönlich, als persönliche Gründe vorzuschieben.

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