Das leibhaftige Böse

Warum die Eigendynamik einen schlechten Ruf hat.

Schließen
(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Führungskräfte betonen es immer wieder: Sie wünschen sich dynamische Mitarbeiter, die Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen. Denn das, klagen Führungskräfte, würden ihre Mitarbeiter immer weniger tun. Und Führungskräfte wünschen sich dynamische Teams, die etwas weiterbringen. Und tatsächlich gibt es Unternehmen, in denen Teams selbstorganisiert arbeiten (dürfen).

Aber wehe, Führungskräfte entdecken, dass ihre Mitarbeiter und Teams (Achtung, Sprechblase!) Eigendynamik entwickeln. Dann heißt es schnell: „Das hat eine Eigendynamik bekommen.“ Was übersetzt bedeutet: „Das Ding ist außer Kontrolle geraten. Rettung unmöglich!“ Fazit: Eigendynamik ist das leibhaftige Böse.

Doch wo soll die Dynamik sonst herkommen als aus dem eigenen Antrieb der Mitarbeiter im Team? Und was wäre die bessere Alternative zur Eigendynamik?

Fremddynamik etwa? Wer genau wäre in diesem Fall der/die/das Fremde? Die Führungskraft? Nein, denn sie ist ja auch Teil des Teams. Dann jemand von außerhalb des Unternehmens, vielleicht sogar von der Konkurrenz? Was ist jetzt das leibhaftige Böse?

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter der Ressorts "Management & Karriere" und "Arbeitswelten" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Das leibhaftige Böse

      Schließen

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.