Nicht rühren bis September!

Sprechblase Nr. 193. Warum „Schönen Sommer“ zu wünschen heikel ist.

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Jetzt, wenn die Tage wieder kürzer werden, verzichten die geschäftlichen/geschäftigen E-Mail-Schreiber gern auf die kürzlich hier besprochenen „kollegialen Grüße“ und bemühen eine andere Sprechblase: „Schönen Sommer!“

Das ist ohne Zweifel ein freundlicher Wunsch. Doch klingt er so, als ob ein Wiedersehen, -lesen und -hören frühestens im September möglich wäre. So, als ob im Sommer nicht gearbeitet würde. Von wegen. Das zeigt auch das „Management & Karriere“-Team. Wer kann sich schon leisten, jetzt daheim die Zelte abzubrechen und sie wochenlang anderswo aufzuschlagen wie weiland die Sommerfrischler?

Mehr noch: Für berufstätige Eltern schulpflichtiger Kinder klingt „Schönen Sommer“ beinahe höhnisch. Sie müssen teils getrennt voneinander Urlaub nehmen, um den Nachwuchs zu betreuen. Na dann: „Schönen, äh, Samstag!"

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.

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