Huldigt dem Egoismus!

Sprechblase Nr. 200. Warum „sich selbst treu bleiben“ keine gute Idee ist.

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Clemens Fabry

Führungskräfte sagen es über Mitarbeiter, die sie verabschieden, und meinen, es sei anerkennend: „Sie/er ist sich selbst immer treu geblieben.“ Das soll eine Auszeichnung sein, denn die Sprechblase „sich selbst treu bleiben“ (die 200., die hier angesprochen wird) klingt nach Berechenbarkeit, Konstanz, Vertrauenswürdigkeit.
Was aber heißt, sich treu zu bleiben? So bleiben, wie man einmal war? Nur nicht verändern? In ewiggleichen Mustern weiterwursteln? Oje! Oder schlimmer: Sich treu und damit sich selbst am nächsten sein? Nach dem Motto „Ich nehme mir, was mir zusteht“ dem Egoismus huldigen? Na dann, bis zur nächsten Abschiedsfeier.

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

 

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.

 


[NQEAP]

(Print-Ausgabe, 19.08.2017)

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