Wir sind so einfühlsam

Sprechblase Nr. 223. Warum uns „unternehmerisches Denken“ etwas vorgaukelt.

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Ein Blick in Stelleninserate zeigt: Wie selbstverständlich wird heute von (potenziellen) Mitarbeitern – Achtung, Sprechblase – „unternehmerisches Denken“ verlangt.

Jetzt könnte man sagen: Das ist die Königsklasse der Empathie, sich in den Unternehmer hineinzufühlen und wie er zu denken. Interessant, dass vom „unternehmerischen Handeln“ kaum jemand spricht. Was heißen würde, die Möglichkeiten, die Unternehmer haben, auszuspielen – allerdings auch, deren Risiko zu tragen.

Das ist nur einer der Unterschiede zwischen Unternehmern und Mitarbeitern, die überwiegend mangels Beteiligung am Unternehmen eben nicht Unternehmer sind. Vielleicht sollte man von Mitarbeitern mitarbeiterisches Denken verlangen: Allein damit wird ja viel Leistung, Sorgfalt, Weitblick und auch Kreativität verlangt.

 

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.


[NQEAP]

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