Wer hat hier wen im Griff?

Sprechblase Nr. 226. Warum „umtreiben“ derzeit so beliebt ist.

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Umtriebig zu sein, das steht Führungskräften gut an. Oder anders gesagt, betriebsam, rege und rührig sollen sie agieren, den Überblicke bewahren und sich vielseitig interessieren, ohne dass ihnen gleich der Ruf des Hans-Dampf-in-allen-Gassen nachschleicht.

Aus dieser Form der Umtriebigkeit hat sich – Achtung Sprechblase – die Phrase „uns treibt derzeit xyz um“ entwickelt. Mit ihr beschreiben Führungskräfte, woran sie bzw. ihre Unternehmen gerade arbeiten.

Bemerkenswert daran ist, dass „umtreiben“ synonym für sich herumtreiben und jemanden stark beschäftigen bzw. ja sogar jemanden mit Unruhe/Sorge erfüllen ist.

Bemerkenswert ist auch die Konstruktion: Nicht die Unternehmen beschäftigen sich mit xyz, nein, xyz beschäftigt die Unternehmen. Und treibt sie in vielen Fällen nicht nur um, sondern vor sich her.

 

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.


[NQEAP]

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